Rheinmetall konkretisiert Verkauf der Autosparte
Zwei Interessenten in Endauswahl, Konzern setzt auf militärische Fokussierung

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall treibt den geplanten Verkauf seines schwächelnden Autozuliefergeschäfts weiter voran. Nach Angaben des Unternehmens hat der Vorstand aus mehreren vorliegenden Angeboten zwei Interessenten ausgewählt, mit denen die Gespräche nun in eine vertiefte Phase eintreten sollen. Betroffen ist die zivile Sparte Power Systems, für die Rheinmetall bereits seit dem Frühjahr einen Käufer sucht.
Die Sparte umfasst vor allem Aktivitäten in der Autozulieferung sowie Teile des Geschäfts für die Energiewirtschaft. Sie leidet seit geraumer Zeit unter der anhaltenden Krise der Automobilindustrie, die sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet. Sinkende Abrufzahlen, der Übergang zur Elektromobilität und ein hoher Preisdruck haben die Ergebnisse belastet. Der Konzern hat daher entschieden, sich von diesem Geschäftsbereich zu trennen und sich strategisch neu auszurichten.
Nach aktuellem Stand soll der Verkauf spätestens bis Ende März 2026 abgeschlossen sein. Zuletzt war noch von drei potenziellen Käufern die Rede gewesen, inzwischen hat sich der Kreis weiter verengt. Rheinmetall nennt keine Namen der verbliebenen Bieter. Im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf nimmt das Unternehmen eine Wertberichtigung in Höhe von rund 350 Millionen Euro auf die Sparte vor.
Mit dem Schritt verfolgt der Vorstand das Ziel, den Konzern künftig vollständig auf das militärische Geschäft auszurichten. In diesem Zuge ist vorgesehen, einzelne Standorte, die bislang zivile Produkte gefertigt haben, auf Rüstungsproduktion umzustellen. Das zivile Geschäft der abzugebenden Sparte wird aus der Prognose für das laufende Geschäftsjahr herausgerechnet.
Auf Basis des fortgeführten Geschäfts erwartet Rheinmetall für das laufende Jahr einen deutlichen Umsatzanstieg. Der Umsatz soll um 30 bis 35 Prozent auf 10,0 bis 10,4 Milliarden Euro wachsen. Im Vergleich dazu lag der vergleichbare Umsatz im Vorjahr bei 7,77 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite wird in einer Bandbreite von 18,5 bis 19,5 Prozent gesehen. Im Vorjahr hatte sie 18,0 Prozent betragen.
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Zur AktienanalyseIn einer früheren Prognose, die noch die Autozuliefer-Sparte einschloss, war Rheinmetall von einem Umsatzwachstum von 25 bis 30 Prozent und einer operativen Marge von 15,5 Prozent ausgegangen. Mit der stärkeren Fokussierung auf das Rüstungsgeschäft unterstreicht der Konzern seine strategische Neuausrichtung vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen Nachfrage nach militärischer Ausrüstung.


