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Rheinmetall senkt Umsatzprognose nach Streichung des F126-Fregattenprojekts

Der Rüstungskonzern erwartet 300 Millionen Euro Umsatzeinbußen nach dem Aus für das milliardenschwere Marineprojekt.

Rheinmetall senkt Umsatzprognose nach Streichung des F126-Fregattenprojekts

Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern rechnet nun mit einem Jahresumsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro – nach einer bisherigen Prognose von 14 bis 14,5 Milliarden Euro. Auslöser ist die Streichung des F126-Fregattenprogramms durch die Bundesregierung, die dem Unternehmen Einbußen von rund 300 Millionen Euro beschert.

Das 15-Milliarden-Euro-schwere F126-Programm zum Bau von sechs Fregatten war im Juni von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gestrichen worden. Pistorius entschied sich stattdessen für bis zu acht Fregatten des deutschen Schiffbauers TKMS, die nach seinen Angaben kostengünstiger und schneller geliefert werden könnten. Die Rheinmetall-Aktie hatte daraufhin stark nachgegeben und notiert in diesem Jahr rund ein Viertel unter ihrem Jahresanfangsniveau.

Rheinmetall hatte für das F126-Projekt ein Gebot über 15 Milliarden Euro abgegeben und Investoren gegenüber seine Zuversicht geäußert, den Zuschlag als Hauptauftragnehmer zu erhalten. Das Unternehmen teilte mit, dass die mittel- und langfristigen Auswirkungen des Verlusts „derzeit analysiert" würden. Gleichzeitig betonte Rheinmetall, dass das gestrichene Projekt voraussichtlich weniger als 3 Prozent zu dem für 2030 angestrebten Jahresumsatz von 50 Milliarden Euro beigetragen hätte.

Starkes Halbjahresergebnis trotz Rückschlag

Trotz des Rückschlags durch das F126-Aus präsentiert sich Rheinmetall operativ in starker Verfassung. Der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr stieg um 39 Prozent auf mehr als 5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf über 80 Milliarden Euro – ein deutlicher Sprung gegenüber den 56 Milliarden Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Besonders positiv entwickelte sich die operative Marge, die von 12 Prozent im Vorjahr auf 15 Prozent zulegte. Diese Kennzahl gilt bei Rheinmetall als wichtiger Indikator dafür, dass das Unternehmen die boomenden europäischen Verteidigungsausgaben in handfeste Gewinne ummünzen kann. Die Aktie legte im frühen Handel am Donnerstag um 1,6 Prozent zu.

Hintergrund: Rheinmetalls Einstieg in den Marinemarkt

Der Verlust des F126-Projekts wirft auch Fragen zur Marinestrategie von Vorstandschef Armin Papperger auf. Rheinmetall hatte erst im März seine erste Werft erworben – die Übernahme von Naval Vessels Lürssen für 1,5 Milliarden Euro. Diese Akquisition war teilweise von der Erwartung getrieben worden, dass der Konzern das angeschlagene F126-Programm von der niederländischen Werftgruppe Damen übernehmen würde, das durch Kostensteigerungen und Verzögerungen in Schwierigkeiten geraten war.

Papperger zeigte sich dennoch zuversichtlich für die neue Marinesparte. „Wir arbeiten hart daran, unsere aktuellen maritimen Aufträge als zuverlässiger Partner mit hoher Kompetenz zu erfüllen und auch auf internationaler Ebene neue Aufträge zu sichern", erklärte der Vorstandschef. Die Entscheidung der Bundesregierung, das Projekt zu streichen, hat jedoch Zweifel an Pappergers Strategie sowie an seiner Zuverlässigkeit gegenüber Investoren geweckt.

Rheinmetall bleibt trotz des Rückschlags einer der größten Profiteure des europäischen Verteidigungsbooms. Der Hersteller von Panzern, Munition und Artillerie profitiert von den massiv gestiegenen Rüstungsausgaben in Europa infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Das langfristige Umsatzziel von 50 Milliarden Euro bis 2030 hält das Unternehmen weiterhin aufrecht.

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