Rheinmetall und OHB kämpfen um 10-Milliarden-Satellitenprojekt
Der DAX zeigt sich angesichts geopolitischer Spannungen volatil. Rheinmetall bewirbt sich gemeinsam mit OHB um das größte Satellitenprojekt der Bundeswehr - ein Auftrag im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro.

Die deutschen Aktienmärkte bleiben unter Druck. Nach den Spannungen um Venezuela und Grönland rückt nun der Iran wieder in den Fokus der Anleger. Der DAX notiert am Nachmittag 0,1 Prozent schwächer bei 24.885 Punkten. Auch der stagnierende ifo-Index sorgt für Zurückhaltung.
Milliarden-Auftrag für Satellitennetzwerk
Rheinmetall plant gemeinsam mit dem Bremer Satellitenbauer OHB eine Bewerbung um das bisher größte Weltraumprojekt der Bundeswehr. Wie Handelsblatt und Financial Times berichten, geht es um ein militärisches Kommunikationsnetzwerk mit mindestens 100 Satelliten. Der Auftragswert könnte zwischen acht und zehn Milliarden Euro liegen.
Das Projekt "SATCOMBw Stufe 4" ähnelt dem Starlink-Netzwerk von SpaceX-Gründer Elon Musk. Die Bundeswehr plant eine Inbetriebnahme bis 2029. Die Gespräche zwischen Rheinmetall und OHB befinden sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Auch Airbus bewirbt sich um den lukrativen Auftrag.
OHB-Aktie explodiert - Rheinmetall unter Druck
Während die OHB-Aktie um mehr als 31 Prozent in die Höhe schießt, gibt Rheinmetall nach anfänglichen Gewinnen über ein Prozent ab. Dies überrascht, da der Düsseldorfer Konzern mit dem Satellitenprojekt seine Weltraum-Ambitionen deutlich ausbauen könnte.
Rheinmetall arbeitet bereits mit dem finnischen Satellitenhersteller Iceye im Bereich weltraumgestützter Kommunikationssysteme zusammen. "Künftig werden wir zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum ein relevanter Akteur sein", erklärte CEO Armin Papperger im Herbst die Expansionsstrategie.
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Zur AktienanalyseSeit Beginn des Ukraine-Kriegs hat die Akzeptanz von Rüstungsinvestments deutlich zugenommen. Rheinmetall steht dabei im Zentrum des Anlegerinteresses. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Aktienkurs mehr als verzwanzigfacht - eine beeindruckende Performance, die das gestiegene Sicherheitsbedürfnis Europas widerspiegelt.
Der Konzern entwickelt sich vom reinen Rüstungslieferanten zum Domänen-übergreifenden Systemhaus. Das Satellitenprojekt würde diese Transformation weiter vorantreiben und Rheinmetall als Technologiekonzern positionieren.


