Rheinmetall verkauft Automotive-Sparte für 350 Millionen Euro an Aequita
Der Rüstungskonzern trennt sich vom zivilen Automobilgeschäft und schließt damit seine strategische Neuausrichtung weitgehend ab.

Rheinmetall hat am Mittwoch den Verkauf seines zivilen Automobilgeschäfts an den Münchener Industriekonzern Aequita bekanntgegeben. Der vorläufige Kaufpreis beläuft sich auf rund 350 Millionen Euro (etwa 406 Millionen US-Dollar). Mit dieser Transaktion vollzieht der deutsche Konzern einen der letzten Schritte seiner konsequenten Neuausrichtung hin zu einem reinen Rüstungsunternehmen.
Die Transaktion umfasst 100 Prozent der Anteile an der Automobilsparte. Der vorläufige Kaufpreis unterliegt dabei marktüblichen Anpassungsmechanismen, die den endgültigen Betrag noch verändern könnten. Der Abschluss des Deals wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Schwieriges Marktumfeld als Treiber des Verkaufs
Rheinmetall selbst verwies auf die anhaltend schwierige Lage im Automobilsektor als wesentlichen Einflussfaktor auf die Konditionen des Deals. „Insbesondere die weitere Verschlechterung der Geschäftslage im Automobilsektor hatte Auswirkungen auf die Umstände und Bedingungen der endgültigen Vereinbarung", teilte das Unternehmen in einer offiziellen Erklärung mit. Die europäische Automobilindustrie kämpft seit geraumer Zeit mit strukturellen Herausforderungen, darunter der Transformation zur Elektromobilität und einem schwächelnden Absatzmarkt.
Der Konzern hatte bereits seit 2025 aktiv nach Käufern für seinen Automobilbereich Power Systems gesucht. Im Dezember 2025 wies Rheinmetall die Sparte offiziell als nicht fortgeführten Geschäftsbereich aus. Zu diesem Zeitpunkt verbuchte das Unternehmen eine nicht zahlungswirksame Wertminderung in Höhe von rund 350 Millionen Euro im Zusammenhang mit den aufgegebenen Geschäftsbereichen.
Keine Auswirkungen auf Liquidität des Konzerns
Rheinmetall betonte, dass der Wertminderungsaufwand keine Auswirkungen auf die Liquidität oder das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten des Konzerns habe. Dies ist für Anleger eine wichtige Klarstellung, da nicht zahlungswirksame Abschreibungen zwar die Bilanz belasten, jedoch den operativen Cashflow des Unternehmens unberührt lassen.
Käufer Aequita ist ein Münchener Industriekonzern, der mit dieser Akquisition sein Portfolio im Automobilbereich ausbaut. Für Rheinmetall hingegen bedeutet der Verkauf die nahezu vollständige Konzentration auf das Rüstungs- und Verteidigungsgeschäft – ein Bereich, der angesichts der gestiegenen Verteidigungsausgaben in Europa und Deutschland zuletzt stark gewachsen ist.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseStrategische Neuausrichtung auf Rüstung
Die Veräußerung der Automotive-Sparte ist der vorläufige Schlusspunkt einer langfristigen Transformation, die Rheinmetall von einem diversifizierten Industrie- und Rüstungskonzern zu einem fokussierten Verteidigungsunternehmen gemacht hat. In einem geopolitischen Umfeld, das von erhöhten Sicherheitsanforderungen geprägt ist, setzt Rheinmetall damit klar auf Wachstum im Kerngeschäft Rüstung.
Für Investoren bleibt abzuwarten, wie sich der endgültige Kaufpreis nach Anwendung der Anpassungsmechanismen entwickelt und ob der Transaktionsabschluss im vierten Quartal 2026 planmäßig erfolgt.


