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Rhodium Group: Chinas E-Auto-Vorteil liegt nicht in Subventionen

Strukturelle Effizienz, nicht staatliche Förderung, macht chinesische Elektroauto-Hersteller so wettbewerbsfähig.

Rhodium Group: Chinas E-Auto-Vorteil liegt nicht in Subventionen

Westliche Automobilhersteller und Politiker in den USA und Europa haben jahrelang auf staatliche Subventionen als Hauptursache für die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Elektrofahrzeughersteller gezeigt. Ein neuer Bericht der renommierten Rhodium Group stellt diese Sichtweise nun grundlegend infrage. Laut den Forschern sind strukturelle Vorteile der entscheidende Faktor – und diese haben westliche Hersteller selbst mitverursacht.

Die Rhodium Group identifiziert drei zentrale strukturelle Effizienzen, die chinesischen E-Auto-Herstellern einen Kostenvorteil verschaffen: vertikale Integration, größere Produktionsskala und geringere Gemeinkosten. Diese Faktoren überwiegen laut dem Bericht sogar die Auswirkungen massiver staatlicher Subventionen auf die Gewinnmargen chinesischer Elektrofahrzeughersteller.

Jahrzehnte der Auslagerung rächen sich

Westliche Automobilkonzerne haben über Jahrzehnte hinweg ihre Lieferketten ausgelagert – ein Prozess, der kurzfristig Kosten senkte, langfristig aber die eigene Wertschöpfungstiefe ausgehöhlt hat. Chinesische Hersteller wie BYD hingegen kontrollieren weite Teile ihrer Lieferkette selbst, von der Batteriezellproduktion bis zur Endmontage. Diese vertikale Integration ermöglicht es ihnen, Kosten an jeder Produktionsstufe zu optimieren.

Die Skalierungsvorteile spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Der chinesische Heimatmarkt ist der weltweit größte Automobilmarkt, was einheimischen Herstellern enorme Stückzahlen und damit niedrigere Stückkosten ermöglicht. Europäische und amerikanische Hersteller können diese Skaleneffekte auf ihren jeweiligen Heimatmärkten kaum replizieren.

Konsequenzen für die Handelspolitik

Die Erkenntnisse der Rhodium Group haben weitreichende politische Implikationen. Sowohl die EU als auch die USA haben zuletzt Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge eingeführt, um die heimische Industrie zu schützen. Wenn jedoch strukturelle Effizienz und nicht Subventionen der Haupttreiber des Kostenvorteils sind, könnten Zölle allein das Wettbewerbsproblem nicht lösen.

Für deutsche Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz ist die Analyse besonders brisant. Sie sehen sich nicht nur auf dem wichtigen chinesischen Markt unter Druck, sondern müssen auch befürchten, dass chinesische Konkurrenten zunehmend in Europa Fuß fassen. Eine strukturelle Antwort – etwa durch Re-Integration von Lieferketten oder verstärkte Investitionen in eigene Batterieproduktion – dürfte deutlich kostspieliger und zeitaufwendiger sein als die Einführung von Zöllen.

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