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Richter Boasberg lässt Niederlage von Pirro gegen Fed bestehen

Ein Bundesrichter in Washington lehnte den Antrag von Staatsanwältin Jeanine Pirro ab, frühere Urteile gegen sie zu löschen.

Richter Boasberg lässt Niederlage von Pirro gegen Fed bestehen

Ein Bundesrichter in Washington hat am Donnerstag einen Antrag der US-Staatsanwältin Jeanine Pirro zurückgewiesen. Pirro wollte die Aufzeichnungen über ihre juristischen Niederlagen im Zusammenhang mit der Untersuchung des ehemaligen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell aus den Büchern tilgen lassen. Vorsitzender Richter James Boasberg lehnte diesen Antrag in einer ungewöhnlich scharfen Anordnung am Bezirksgericht des District of Columbia ab.

Boasbergs Entscheidung bildet den vorläufigen Abschluss einer monatelangen juristischen Auseinandersetzung. Im März hatte der Richter bereits zwei von Pirro ausgestellte Vorladungen aufgehoben. Er begründete dies damit, dass Pirros Ermittlungsbemühungen zumindest teilweise darauf abzielten, Powell im Namen von Präsident Donald Trump zu „schikanieren und unter Druck zu setzen" – Trump hatte öffentlich niedrigere Zinssätze gefordert.

Politischer Druck und Einigung im Senat

Im April lenkte Pirro schließlich ein und stimmte zu, die Ermittlungen gegen Powell einzustellen. Ausschlaggebend war der Druck des republikanischen Senators Thom Tillis aus North Carolina. Im Gegenzug gab Tillis eine Blockade im US-Senat gegen die Bestätigung von Kevin Warsh auf – Trumps Nominiertem als Nachfolger Powells an der Spitze der Federal Reserve. Warsh wurde im Mai bestätigt und wird kommende Woche seine erste Sitzung des zinssatzfestsetzenden Ausschusses der Fed leiten.

Powell selbst trat wie gesetzlich vorgeschrieben vom Amt des Fed-Vorsitzenden zurück, behielt jedoch seinen separaten Sitz im Gouverneursrat der Fed. Damit wollte er sicherstellen, dass die rechtliche Bedrohung für die Notenbank tatsächlich beendet war – auch nachdem Pirro die Einstellung der Ermittlungen erklärt hatte. Pirro hatte nämlich offen gelassen, dass sie die Untersuchung jederzeit wieder aufnehmen könne.

Boasberg rügt Pirros wechselhafte Strategie

In seiner aktuellen Anordnung zeigte Boasberg Verständnis für Powells Skepsis gegenüber Pirros Zusicherungen. Der Richter kritisierte zudem Pirros wechselhafte juristische Strategie nach seiner ursprünglichen Entscheidung. Zunächst habe Pirro versprochen, Berufung einzulegen – „Es folgte keine Berufung", schrieb Boasberg. Anschließend wechselte sie zu einer von Boasberg als „merkwürdig" bezeichneten Strategie und bat den Richter, seine früheren Entscheidungen nachträglich aufzuheben, da die Ermittlungen nun ohnehin beendet seien.

Boasbergs Anordnung stützte sich dabei auch auf öffentliche Aussagen von Pirro und Präsident Trump in den Medien – trotz der Versuche der Staatsanwaltschaft, die Argumentation auf den Gerichtssaal zu beschränken. Seine Entscheidungen nutzten lediglich „die expliziten Aussagen des Präsidenten als Beweis dafür, was seine Stellvertreter als seinen Wunsch verstanden hatten", erklärte Boasberg. Die Anordnung war ungewöhnlich reich an Medienzitaten und enthielt sogar Links zu einem YouTube-Clip.

Bedeutung für die Unabhängigkeit der Notenbank

Boasbergs ursprüngliche Entscheidung hatte einen wichtigen Grundsatz festgehalten: Zwar darf ein Staatsanwalt im Allgemeinen Vorladungen vor eine Grand Jury bei minimalem Verdacht ausstellen, doch wenn Beweise darauf hindeuten, dass diese Vorladungen Teil einer Kampagne politischer Schikane sein könnten, erhöht sich die Hürde für die Fortführung einer Untersuchung erheblich. Pirros Antrag auf Aufhebung hätte genau diese Feststellung rückgängig gemacht.

Als Richter eines untergeordneten Gerichts schaffen Boasbergs Entscheidungen zwar keinen bindenden Präzedenzfall für andere Gerichte. Dennoch, so Boasberg selbst, biete seine „Argumentation ein öffentliches Gut, aus dem andere Parteien und Richter schöpfen können." Die Federal Reserve lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher von Pirro reagierte zunächst nicht auf Anfragen zu der Anordnung und zur Frage, ob eine Berufung weiterhin in Betracht gezogen werde.

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