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Riestervertrag im Minus: So reagieren Sparer jetzt richtig

Corona-Crash und Zinswende haben viele Riesterdepots ins Minus gedrückt – was bedeutet das für Sparer?

Riestervertrag im Minus: So reagieren Sparer jetzt richtig

Viele Riestersparer stehen derzeit vor einem unangenehmen Problem: Ihr angespartes Guthaben liegt unter dem vertraglich garantierten Wert. Schuld daran sind gleich zwei Schocks in kurzer Folge – der Corona-Crash drückte Aktienfonds tief ins Minus, die anschließende Zinswende ließ Anleihekomponenten im Depot ebenfalls an Wert verlieren.

Betroffen sind insbesondere Verträge mit gemischten Strategien aus Aktien- und Rentenfonds. Wer monatlich 130 Euro in seinen Riestervertrag einzahlt und trotzdem unter dem Garantiewert liegt, zahlt im Grunde in ein strukturelles Defizit ein – ohne kurzfristige Aussicht auf Erholung.

Was bedeutet der Garantiewert beim Riester?

Beim Riestervertrag garantieren Anbieter, dass zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge plus staatliche Zulagen zur Verfügung stehen. Liegt das aktuelle Guthaben darunter, muss der Anbieter diesen Fehlbetrag ausgleichen – allerdings erst zum Vertragsende, nicht sofort. Das schränkt den Handlungsspielraum für Sparer erheblich ein.

In der Praxis bedeutet das: Die laufenden Einzahlungen fließen oft zunächst in die Deckung des Garantiepuffers, statt renditeorientiert investiert zu werden. Das Wachstumspotenzial des Vertrags ist damit stark begrenzt.

Reform der privaten Altersvorsorge rückt näher

Die Bundesregierung plant eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorgeförderung. Das sogenannte Altersvorsorgedepot soll Riester mittelfristig ablösen und flexiblere, renditestärkere Anlageformen ermöglichen. Für bestehende Riestersparer stellt sich damit die Frage: Weiterzahlen, beitragsfrei stellen oder kündigen?

Eine Kündigung ist in den meisten Fällen die schlechteste Option. Wer kündigt, muss erhaltene Steuervorteile und staatliche Zulagen zurückzahlen – das frisst einen Großteil des verbliebenen Guthabens auf.

Sinnvoller kann es sein, den Vertrag beitragsfrei zu stellen und die monatlichen 130 Euro in alternative Sparformen umzuleiten – etwa in einen kostengünstigen ETF-Sparplan. So bleibt das bereits angesparte Kapital erhalten und wächst weiter, während neue Beiträge renditeorientierter arbeiten können.

Wer den Riestervertrag bis zur Rente durchhält, profitiert zumindest von der Beitragsgarantie und den staatlichen Zulagen. Ob sich das unter dem Strich lohnt, hängt stark vom individuellen Vertrag, den Kosten und dem verbleibenden Anlagehorizont ab. Eine unabhängige Beratung – etwa durch einen Verbraucherschutzberater – ist in solchen Fällen empfehlenswert.

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