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Rigetti Computing: Drei Szenarien für die Aktie im Überblick

Von knapp 56 Dollar auf 14 Dollar – wie geht es mit der Rigetti-Aktie weiter? Drei Szenarien im Überblick.

Rigetti Computing: Drei Szenarien für die Aktie im Überblick

Die Aktie von Rigetti Computing (RGTI) hat in den vergangenen Monaten einen drastischen Kursverfall erlebt. Notierte das Papier im Oktober noch bei nahezu 56 US-Dollar, liegt der Kurs heute bei rund 14 US-Dollar. Für Anleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Drohen weitere Verluste, oder sind die harten Zeiten vorbei?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein Blick auf drei mögliche Szenarien für die Entwicklung des Quantencomputer-Unternehmens. Die Zahlen aus dem ersten Quartal liefern dabei den nötigen Kontext: Rigetti erzielte lediglich 4,4 Millionen US-Dollar Umsatz, gab jedoch 19,9 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus. Immerhin verfügt das Unternehmen über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen in Höhe von 569 Millionen US-Dollar.

Das Basisszenario: Mühsames Vorankommen

Das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten rund 18 Monate sieht ein Fortschreiben des bisherigen Musters vor. Rigetti würde seine Meilensteine weitgehend pünktlich erreichen – mit gelegentlichen Verzögerungen – und weiterhin staatliche Fördermittel erhalten, die an Forschungs- und Entwicklungs-Checkpoints geknüpft sind. Der Umsatz bliebe im Vergleich zu den Ausgaben verschwindend gering.

Ein wichtiger Katalysator ist das geplante System mit über 1.000 Qubits, das in drei bis vier Jahren in Großbritannien ausgeliefert werden soll. Zudem unterzeichneten Rigetti und das US-Handelsministerium im Mai eine Absichtserklärung, die in den kommenden drei Jahren bis zu 100 Millionen US-Dollar an staatlichen Fördermitteln einbringen könnte. Die Regierung plant dabei auch, eine Eigenkapitalbeteiligung einzugehen. Entscheidend ist: Rigetti verfügt über reichlich staatliche Validierung und Barmittel, muss aber aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer künftigen Verwässerung seiner Aktien rechnen – ein im Quantencomputer-Sektor bekanntes Phänomen.

Das optimistische Szenario: Wachstum durch Meilensteine

Im Bullen-Szenario erreicht Rigetti seinen nächsten Qubit-Meilenstein planmäßig und erfüllt den Vertrag über 8,4 Millionen US-Dollar mit dem indischen Centre for Development of Advanced Computing in der zweiten Jahreshälfte 2026. Besonders bedeutsam wäre dabei, wenn sich der Cloud-Service auf Microsoft Azure zu einer dauerhaften Quelle wiederkehrender Umsätze entwickelt – anstatt lediglich als Technologiedemonstration oder Pilotprogramm zu dienen.

Dies würde bedeuten, dass das Unternehmen echte technische Kompetenz unter Beweis stellt, die für tatsächliche Kunden nützlich ist. Es könnte zwar eine Weile dauern, bis die Aktie auf diese Fortschritte reagiert, letztendlich würde sie jedoch steigen.

Das bärische Szenario: Verzögerungen und Druck

Das pessimistische Szenario gilt als etwas weniger wahrscheinlich als die beiden anderen Fälle. Es geht davon aus, dass die nächsten Meilensteinzahlungen nicht oder nur sehr spät erreicht werden – ähnlich wie bei der bereits bekannten Verzögerung beim Start der 108-Qubit-Maschine. Gleichzeitig könnten staatliche Gelder anderweitig vergeben werden.

In diesem Szenario würde ein ohnehin schwächelnder Aktienkurs durch die Ausgabe neuer Aktien zur Aufstockung der Barreserven zusätzlich unter Druck geraten. Eine Kombination aus technischen Rückschlägen und Verwässerungseffekten könnte die Aktie weiter belasten.

Für Anleger gilt in allen drei Szenarien: Rigetti wird in absehbarer Zeit keine Geschichte mit starken Finanzkennzahlen erzählen können. Die Haupttreiber für die Aktie in den nächsten zwei Jahren sind die Fortschritte bei den technischen Katalysatoren sowie die Sicherung neuer Finanzierungen und Kooperationen. Diese Faktoren sollten Investoren daher besonders aufmerksam verfolgen.

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