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Rio Tinto braucht starkes Schlussquartal

Chinas Rekordnachfrage treibt Preise, doch Zyklone bremsen Eisenerzlieferungen in Australien

Rio Tinto braucht starkes Schlussquartal

Rio Tinto hat für das laufende Jahr eine starke Schlussphase angekündigt, um sein Ziel bei den Eisenerzlieferungen zu erreichen. Trotz anziehender Nachfrage aus China blieb der Bergbaukonzern im dritten Quartal hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Nach eigenen Angaben verschiffte Rio Tinto aus seinen westaustralischen Betrieben 84,3 Millionen Tonnen Eisenerz. Damit wurde die von Visible Alpha prognostizierte Menge von 85,5 Millionen Tonnen knapp verfehlt. Grund für den Rückstand seien mehrere Zyklone zu Jahresbeginn, die den Betrieb in der Region beeinträchtigt hatten. Das Unternehmen rechnet nun damit, im unteren Bereich seiner Prognosespanne von 323 bis 338 Millionen Tonnen zu landen.

Die weltgrößte Eisenerzfördergesellschaft erklärte, ein starkes viertes Quartal sei erforderlich, da das System eng ausbalanciert sei und nur begrenzte Möglichkeiten biete, weitere Verluste auszugleichen. Gleichzeitig profitiert Rio Tinto von einer steigenden Nachfrage in China, wo gezielte Infrastrukturprogramme der Regierung die Stahlproduktion ankurbeln. Die chinesischen Eisenerzimporte erreichten im September ein Rekordniveau, was die Preise auf den höchsten Stand seit Februar trieb. Der Aktienkurs von Rio Tinto legte in Sydney zeitweise um 3,6 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende September. Auch die Wettbewerber BHP und Fortescue verzeichneten Kursgewinne von jeweils mehr als zwei Prozent.

China kämpfte im dritten Quartal mit anhaltender Deflation, schwacher Industrieproduktion, rückläufigen Exporten und einer angespannten Lage auf dem Immobilienmarkt. Dennoch bleibt Peking nach Angaben des Unternehmens entschlossen, das Wachstumsziel von fünf Prozent für das Gesamtjahr zu erreichen. Dabei setzt die Regierung auf gezielte Unterstützung von Infrastruktur und Technologie, ohne eine breit angelegte Konjunkturförderung einzuleiten. Rio Tinto berichtete außerdem, dass China seine Bezugsquellen für Eisenerz erweitert habe und vermehrt bei kleineren Anbietern einkaufe, während die Liefermengen der großen Produzenten insgesamt auf Vorjahresniveau verharrten.

Das Quartal war das erste unter dem neuen Vorstandschef Simon Trott, der zuvor den Eisenerzbereich leitete. Er hatte im August eine Vereinfachung der Unternehmensstruktur in drei zentrale Sparten angekündigt: globales Eisenerz, Aluminium und Lithium sowie Kupfer. Das Unternehmen betonte sein Sicherheitsengagement nach einem tödlichen Unfall in den Simandou-Minen in Guinea, wo die ersten Eisenerzlieferungen noch in diesem Jahr beginnen sollen.

Parallel treibt Rio Tinto die Kupferförderung voran, die im Zuge der weltweiten Energiewende stark gefragt ist. In der mongolischen Oyu-Tolgoi-Mine erreichte die Kupferproduktion ein Rekordniveau. Der Konzern rechnet dort mit einer Steigerung des Ausstoßes um mehr als 50 Prozent im laufenden Jahr. Zudem erzielte Rio Tinto im zweiten Quartal in Folge eine Rekordproduktion von Bauxit und erhöhte seine Jahresprognose auf 59 bis 61 Millionen Tonnen, gestützt durch starke Ergebnisse in der Amrun-Mine im Norden Australiens.

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