Rio Tinto plant umfassende Desinvestitionen
Konzern erwartet Milliardenpotenzial und stärkt Fokus auf Kupferproduktion

Rio Tinto stellte auf dem ersten Strategietag unter CEO Simon Trott Pläne vor, die auf eine stärkere Fokussierung des Konzerns auf Desinvestitionen und Produktivitätssteigerungen ausgerichtet sind. Der Konzern verfolgt das Ziel, die Unternehmensstruktur zu vereinfachen und Kapital auf die profitabelsten Aktivitäten zu lenken. Diese Ausrichtung folgt einer Entscheidung aus August, das Geschäft von vier auf drei zentrale Einheiten zu verschlanken und nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche zu veräußern. Zu den zum Verkauf stehenden Aktivitäten zählen insbesondere das Titan- und Boratgeschäft.
Nach einer umfassenden Überprüfung seines globalen Portfolios identifizierte Rio Tinto Vermögenswerte, die aus Sicht des Unternehmens nicht mehr zwingend im eigenen Besitz verbleiben müssen. Trott erklärte, dass in allen Produktgruppen – Kupfer, Aluminium, Lithium und Eisenerz – Wachstumsvorhaben vorhanden seien, die miteinander um Kapital konkurrieren müssten. Vor diesem Hintergrund gehe es darum, die leistungsfähigsten Projekte zu priorisieren und gleichzeitig bestehende Anlagen effizient weiterzuführen.
Der Konzern sieht ein Potenzial von 5 bis 10 Milliarden US-Dollar, das durch Desinvestitionen sowie weitere Maßnahmen generiert werden könnte. Dazu zählen auch Verkäufe von Land, Infrastruktur sowie Bergbau- und Verarbeitungsanlagen, für die außerdem kommerzielle Partnerschaften geprüft werden. Zusätzlich kündigte Rio Tinto eine Reduktion der Stückkosten um 4 % für den Zeitraum 2024 bis 2030 an.
Der Konzern meldete zudem jährliche Produktivitäts- und Einsparpotenziale in Höhe von 650 Millionen US-Dollar. Davon seien bereits 370 Millionen realisiert; der Rest solle im ersten Quartal folgen. Der Betrag beinhalte auch Personalabbau, zu dessen Umfang Trott jedoch keine Angaben machte. Die Aktien eröffneten in London mit einem Plus von über zwei Prozent.
Weiterhin erwartet Rio Tinto, dass strikte Kapitaldisziplin, steigende Rohstoffpreise und ein Produktionsanstieg von 20 % im Kupferbereich die Erträge bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich steigern könnten. Strategische Überprüfungen des Eisen-, Titan- und Boratgeschäfts würden planmäßig voranschreiten, wobei sich die nächste Phase auf die Marktsondierung konzentrieren solle.
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Zur AktienanalyseZudem hob der Konzern seine Produktionsprognose für Kupfer im Jahr 2025 an, gestützt durch die Produktionsausweitung beim Oyu-Tolgoi-Projekt in der Mongolei. Für das laufende Jahr rechnet Rio Tinto nun mit einer konsolidierten Produktion zwischen 860.000 und 875.000 Tonnen, während zuvor 780.000 bis 850.000 Tonnen erwartet wurden. Für 2026 stellt das Unternehmen 800.000 bis 870.000 Tonnen in Aussicht. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, den jährlichen Kupferausstoß bis 2030 auf 1 Million Tonnen zu erhöhen. Die Preise für Kupfer haben Rekordstände erreicht, da der Rohstoff im Zuge der globalen Energiewende stark nachgefragt wird. Beim Oyu-Tolgoi-Projekt bleibt der Konzern dabei, den Ausstoß in diesem Jahr um mehr als 50 % und in 2026 um etwa 15 % zu erhöhen.


