Rio Tinto setzt auf Biopellets zur Senkung von Aluminiumoxid-Emissionen
Der Bergbaukonzern unterzeichnet einen Fünfjahresvertrag mit SuperChar, um fossile Brennstoffe in australischen Raffinerien zu ersetzen.

Rio Tinto hat eine fünfjährige Vereinbarung mit dem australischen Bioenergie-Unternehmen SuperChar unterzeichnet. Ziel der Partnerschaft ist die Lieferung von Biopellets an die Aluminiumoxid-Raffinerien des Bergbaukonzerns in Gladstone, Australien. Der Schritt soll den Übergang zu saubereren Energiequellen in der Aluminiumoxid-Raffination unterstützen.
Die erste Lieferung lokal produzierter Biopellets ist für das Jahr 2028 geplant. Rio Tinto will die Biopellets als Ergänzung zur derzeit in den Kesseln eingesetzten Kohle nutzen – konkret in den Raffinerien Yarwun und Queensland Alumina in Gladstone. Die Vereinbarung unterstreicht den strategischen Plan des Unternehmens, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schrittweise zu reduzieren.
Emissionsreduktion als zentrales Ziel
Laut Geschäftsbericht beliefen sich die Brutto-Treibhausgasemissionen von Rio Tinto (Scope 1 und 2) im Jahr 2025 auf 31,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent. Durch den Einsatz der Biopellets könnten die jährlich gemeldeten Scope-1-Emissionen des Konzerns um bis zu 90.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent gesenkt werden. Das entspricht zwar einem vergleichsweise kleinen Anteil am Gesamtausstoß, markiert aber einen konkreten ersten Schritt in der Dekarbonisierungsstrategie.
Armando Torres, Managing Director Aluminium Pacific Operations bei Rio Tinto, erläuterte die Hintergründe der Partnerschaft: „Die Verringerung der Abhängigkeit unserer Aluminiumoxid-Raffinerien von fossilen Brennstoffen erfordert eine Kombination aus Technologien, Innovationen und Partnerschaften. Biopellets sind eine der praktischen Optionen, die wir in diesem Rahmen untersuchen."
SuperChar plant neue Produktionsstätte in Gladstone
Im Rahmen der Vereinbarung plant SuperChar den Bau einer eigenen Produktionsstätte in Gladstone. Diese soll zunächst 35.000 Tonnen Biopellets pro Jahr produzieren. Die lokale Produktion soll die Versorgungssicherheit gewährleisten und Transportwege minimieren.
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Zur AktienanalyseRio Tinto betreibt und hält bedeutende Anteile an mehreren Aluminiumoxid-Raffinerien weltweit, mit wichtigen Standorten in Queensland, Australien, und Quebec, Kanada. Die Raffinerien produzieren Aluminiumoxid in Hüttenqualität, das sowohl für die eigenen kohlenstoffarmen Aluminiumschmelzhütten als auch für globale Kunden bestimmt ist. Aluminiumoxid ist der zentrale Rohstoff für die Aluminiumproduktion und wird in einem energieintensiven Prozess aus Bauxit gewonnen.
Für deutsche Anleger ist Rio Tinto als einer der weltweit größten Bergbaukonzerne ein bedeutender Akteur im Rohstoffsektor. Die Partnerschaft mit SuperChar zeigt, dass auch kapitalintensive Schwerindustrien zunehmend unter Druck stehen, ihre Emissionsbilanzen zu verbessern – ein Trend, der durch regulatorische Anforderungen und Investorenforderungen weltweit an Fahrt gewinnt. Rio Tinto verfolgt dabei einen technologieoffenen Ansatz, bei dem Biopellets nur eine von mehreren potenziellen Alternativen zu fossilen Brennstoffen darstellen.


