Rivian R2 startet: Leasingpreise schrecken potenzielle Käufer ab
Das neue Rivian R2-SUV ist da – doch Leasingraten von über 800 Dollar monatlich dämpfen die Kauflaune vieler Interessenten erheblich.

Rivian hat mit dem R2 sein mit Spannung erwartetes Einstiegs-SUV auf den Markt gebracht. Doch kaum haben die ersten Auslieferungen begonnen, zeigt sich: Die Leasingpreise sorgen für Ernüchterung. Viele Reservierungsinhaber schrecken angesichts monatlicher Raten zurück, die laut der Rivian-Website bei rund 829 Dollar beginnen und sogar die 1.000-Dollar-Marke überschreiten können.
Kevin King aus Nashville, Tennessee, ist ein typisches Beispiel für diese Enttäuschung. Er beobachtet die geländegängigen Elektrofahrzeuge von Rivian schon seit Jahren in seiner Stadt und hatte gehofft, mit dem günstigeren R2 endlich einsteigen zu können. „Ich hatte die Hoffnung, dass es mir möglich sein würde, dieses Jahr einen R2 zu bekommen", sagte King. „Als ich diesen Preis sah, konnte ich ihn nicht rechtfertigen."
Großer Erwartungsdruck für Rivian
Für das in Kalifornien ansässige Unternehmen Rivian steht mit dem R2 besonders viel auf dem Spiel. Der Elektroautohersteller setzt große Hoffnungen darauf, dass das neue Modell den entscheidenden Wandel vom ambitionierten E-Auto-Startup zum etablierten Volumenhersteller einleiten wird. Der vor zwei Jahren angekündigte Kaufpreis von rund 45.000 Dollar hatte seinerzeit für erhebliches Aufsehen gesorgt und viele Interessenten angelockt.
Doch zwischen einem attraktiven Kaufpreis und den tatsächlichen monatlichen Leasingkosten klafft offenbar eine erhebliche Lücke. Während der Kaufpreis von etwa 45.000 Dollar für ein Elektro-SUV im US-Markt als wettbewerbsfähig gilt, wirken die Leasingraten für viele potenzielle Kunden schlicht unerschwinglich. Gerade das Leasing ist in den USA eine der beliebtesten Methoden, ein neues Fahrzeug zu finanzieren.
Rivian kämpft um den Massenmarkt
Die Reaktion der Reservierungsinhaber ist ein ernstes Signal für Rivian. Das Unternehmen, dessen Aktie unter dem Kürzel RIVN gehandelt wird, steht unter Druck, nach Jahren als Nischenanbieter endlich größere Absatzzahlen zu erzielen. Bisherige Modelle wie der R1T-Pickup und das R1S-SUV richteten sich an ein zahlungskräftiges Publikum und lagen preislich deutlich höher.
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Zur AktienanalyseMit dem R2 wollte Rivian eine breitere Käuferschicht ansprechen – Menschen wie Kevin King, die das Unternehmen schätzen, aber bislang nicht bereit oder in der Lage waren, die Preise der Premiummodelle zu zahlen. Ob die hohen Leasingkonditionen diesen Plan gefährden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn mehr Daten zu tatsächlichen Bestellungen und Auslieferungen vorliegen.
Für deutsche Anleger und Beobachter des Elektrofahrzeugmarkts ist die Entwicklung bei Rivian ein weiteres Indiz dafür, wie schwierig der Spagat zwischen attraktivem Einstiegspreis und profitablen Finanzierungskonditionen für E-Auto-Hersteller bleibt. Rivian steht damit vor einer Herausforderung, die auch andere Elektroautobauer kennen: Begeisterung in tatsächliche Kaufentscheidungen umzuwandeln.


