ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Roboter-Ökonomie: Wer profitiert und wer verliert dabei

Humanoide Roboter revolutionieren die Wirtschaft – doch die Gewinne fließen vor allem zu Kapitaleigentümern, nicht zu Arbeitnehmern.

Roboter-Ökonomie: Wer profitiert und wer verliert dabei

Roboter halten unaufhaltsam Einzug in die Weltwirtschaft. Der neueste humanoide Roboter des Unternehmens Figure arbeitete 67 Stunden am Stück vollkommen autonom – bei Küchenaufgaben, Paketabwicklung und Logistik – ohne einen einzigen Fehler. Das ist kein Demonstrationsvideo mehr, sondern ein marktreifes Produkt. Bei prognostizierten Leasingkosten von rund 10 US-Dollar pro Tag ist es ein Produkt, das darauf ausgelegt ist, den größten einzelnen Kostenfaktor in Unternehmensbilanzen zu ersetzen: die menschliche Arbeitskraft.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei monatlichen Leasingkosten von 300 US-Dollar gegenüber einem US-Mindestlohn von 15 bis 20 US-Dollar pro Stunde ist ein humanoider Roboter bereits 50-mal günstiger als der Mensch, den er ersetzt – und er arbeitet rund um die Uhr, ohne Sozialleistungen, Personalfluktuation oder Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen. Der unternehmerische Anreiz zur Einführung ist alles andere als subtil.

Die technologische Realität hinter den Zahlen

Figure hat über 100.000 Zeilen handgeschriebenen Steuerungscode durch ein einziges neuronales Netzwerk ersetzt – genannt Helix 2 –, das den gesamten Roboterkörper in Echtzeit steuert. Der entscheidende Wandel: Neuronale Netze lernen aus Daten, nicht aus expliziten Anweisungen. Sobald ein Roboter eine Aufgabe beherrscht, verbreitet sich dieses Wissen sofort über die gesamte Flotte. Menschen funktionieren nicht so. Roboter schon.

Die eigenen Offenlegungen von JPMorgan beschreiben KI-gesteuerte Effizienzgewinne von 40 bis 50 Prozent in bestimmten Betriebsbereichen. Fügt man dem eine physische Arbeitsebene durch humanoide Roboter hinzu, entsteht die stärkste deflationäre Kraft für Unternehmensmargen in der modernen Geschichte. Während Aktionäre von Unternehmen mit großen Belegschaften die verbesserten Gewinnmargen begrüßen werden, gilt dies nicht für die betroffenen Arbeitnehmer.

Eine bereits gespaltene Wirtschaft

Die Diskussion über Roboter-Ökonomie beginnt nicht auf einem neutralen Ausgangspunkt. Daten der US-Notenbank Federal Reserve zeigen, dass die obersten 1 Prozent der Haushalte fast 32 Prozent des gesamten Nettovermögens halten, während die unteren 50 Prozent kollektiv lediglich 2,5 Prozent besitzen. Der Anteil des BIP, der als Entlohnung an Arbeitnehmer fließt, hat gerade den niedrigsten Stand in der über 75-jährigen Aufzeichnungsgeschichte des Bureau of Labor Statistics erreicht.

Die US-amerikanische Mittelschicht schrumpfte von 61 Prozent der Bevölkerung im Jahr 1971 auf kaum 51 Prozent im Jahr 2023. Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics, beschrieb dies nicht als vorübergehende Anomalie, sondern als „ein strukturelles, fundamentales Problem". Das Ökonomenteam der U.S. Bank stellte fest, dass die Einkommenskonzentration mittlerweile ihren Höchststand von vor der Pandemie überschreitet und auf einem Niveau liegt, das seit 60 Jahren nicht mehr erreicht wurde.

Diese Zahlen stammen noch aus der Zeit vor dem nennenswerten Einsatz humanoider Roboter. Sie spiegeln Jahrzehnte technologiegetriebener Produktivitätsgewinne wider, die überproportional den Kapitaleigentümern zugutekamen. Die U.S. Bank fasst es prägnant zusammen: „Die Gewinne aus der Technologie sind zuverlässig dem Kapital zugeflossen. Es gibt keinen strukturellen Grund zu erwarten, dass die Ankunft humanoider Roboter dieses Muster umkehren wird – und starke strukturelle Gründe zu erwarten, dass sie es beschleunigt."

Doppelte Verdrängung: Blue-Collar und White-Collar gleichzeitig

Erik Brynjolfsson, Direktor des Stanford Digital Economy Lab, zieht eine historische Parallele zu den Automobilstandorten im Mittleren Westen, die in den 1990er Jahren durch Handel und Automatisierung ausgehöhlt wurden. Die kommende Verdrängung sei jedoch potenziell 10- bis 100-mal disruptiver – nicht weil sie schneller erfolge, sondern weil sie gleichzeitig gewerbliche Arbeit und Büroarbeit erfasse.

Softwareentwickler, Callcenter-Mitarbeiter und Verwaltungsrollen stehen vor KI-gesteuerter Verdrängung. Fabrikarbeiter, Lagerpersonal und Servicekräfte sind mit der Verdrängung durch humanoide Roboter konfrontiert. Es gibt keinen offensichtlichen Fluchtweg „nach oben", wenn beide Sprossen der Karriereleiter gleichzeitig entfernt werden. Besonders betroffen sind Einstiegspositionen – historisch gesehen der Einstieg für jüngere Arbeitnehmer ohne etablierte Qualifikationen – denn genau diese Jobs werden zuerst automatisiert.

Der IWF schätzt, dass KI weltweit fast 40 Prozent der Arbeitsplätze erheblich beeinflussen könnte. Laut Challenger, Gray & Christmas lagen die Entlassungen im Jahr 2025 bereits um mehr als 50 Prozent über dem Vorjahr. Dieses Verdrängungsrisiko wird weiter wachsen, wenn Roboter den Massenmarkt erreichen.

Warum das bedingungslose Grundeinkommen keine Lösung ist

Als politische Antwort auf die Automatisierung wird häufig das bedingungslose Grundeinkommen (UBI) ins Spiel gebracht. Reale UBI-Experimente zeigten jedoch konsistente Ergebnisse: Geldtransfers erhöhten den kurzfristigen Konsum und reduzierten berichteten Stress. Sie führten weder zu höherer Beschäftigung noch zu nennenswerter Umschulung oder Kompetenzentwicklung. Die größte Verhaltensreaktion war ein Anstieg sozialer und solitärer Freizeitaktivitäten.

Der legendäre Investor Howard Marks formulierte das Kernproblem treffend: Finanzielle Unterstützung allein kann die psychologischen und sozialen Vorteile einer Beschäftigung nicht ersetzen. Arbeit biete Identität, Struktur und Sinn – nicht nur Einkommen. Ein Scheck ersetzt den Lohn, aber sonst nichts.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Eine Wirtschaft kann nicht allein auf Transfers basieren. Wenn der Staat Schecks an Haushalte verschickt, ohne dass die produktive Leistung entsprechend steigt, ist das Ergebnis Inflation – genau das, was die Jahre 2020 bis 2022 gezeigt haben. Ein nationales UBI-Programm, das groß genug wäre, um eine bedeutende Verdrängung auszugleichen, würde jährlich Billionen kosten und höhere Steuern oder eine Ausweitung der Verschuldung erfordern.

Ökonomen sind sich einig, dass KI und Roboter die Ungleichheitslücke langfristig schließen könnten – doch die Produktivitätsgewinne müssen zuerst die gering qualifizierten Arbeitnehmer durch reale Lohnsteigerungen erreichen. Dieser Prozess wird frühestens weit in den 2030er Jahren abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit treibt der Vermögenseffekt die beiden Schienen der gespaltenen Wirtschaft weiter auseinander.

Humanoide RoboterAutomatisierung ArbeitsmarktRoboter-ÖkonomieKi ArbeitsplatzverlustBedingungsloses GrundeinkommenEinkommensungleichheitFigure RoboterTechnologie Verdrängung

Disclaimer