Roche und Zealand Pharma: Petrelintid enttäuscht als Monotherapie
Das gemeinsam entwickelte Adipositas-Medikament Petrelintid bleibt in Phase-2-Studie hinter Wirksamkeitserwartungen zurück.

Der Adipositas-Medikamentenkandidat Petrelintid von Roche Holding und Zealand Pharma hat in einer klinischen Studie der mittleren Phase enttäuscht. Der Gewichtsverlust von 10,7 Prozent in der 42. Behandlungswoche liegt zwar auf dem Niveau vergleichbarer Wirkstoffe von Novo Nordisk und Eli Lilly, blieb aber unter den Analystenerwartungen. J.P. Morgan rechnet infolgedessen mit einem Kursrückgang der betroffenen Aktien von ein bis zwei Prozent.
Die Analysten von Citi sehen dennoch Potenzial – allerdings weniger in der Monotherapie als in der Kombination mit einem anderen Roche-Kandidaten. Das placeboähnliche Verträglichkeitsprofil von Petrelintid könnte in Verbindung mit dem Wirkstoff CT-388 deutlich bessere Ergebnisse liefern, so die Einschätzung. Citi bezeichnet die Kombinationstherapie ausdrücklich als vielversprechender.
Studien in der zweiten Jahreshälfte geplant
Roche und Zealand Pharma wollen in der zweiten Jahreshälfte 2025 sowohl eine Spätphasenstudie für Petrelintid als Monotherapie als auch eine Phase-2-Studie für die Kombination aus Petrelintid und CT-388 starten. Damit bleibt der Entwicklungspfad trotz der gemischten Zwischenergebnisse offen. J.P. Morgan betont, dass ein Gewichtsverlustprofil im mittleren Zehnerbereich in Phase 3 weiterhin möglich sei.
Der Markt für Adipositas-Medikamente ist derzeit einer der heißumkämpftesten der Pharmaindustrie. Platzhirsche wie Novo Nordisk mit Semaglutid und Eli Lilly mit Tirzepatid setzen die Messlatte für neue Wirkstoffe hoch. Roche und Zealand müssen mit Petrelintid einen klaren Differenzierungsvorteil nachweisen, um sich am Markt zu etablieren.
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