Roche: US-Zölle belasten Diagnostiksparte trotz Pharma-Vereinbarung weiter
Verwaltungsratspräsident Severin Schwan warnt vor anhaltenden Zollbelastungen – trotz dreijähriger Ausnahmeregelung für Medikamente.

Der Schweizer Pharmariese Roche bleibt trotz einer Sondervereinbarung mit der US-Regierung von den amerikanischen Importzöllen betroffen. Verwaltungsratspräsident Severin Schwan erklärte gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung, dass das Pharmageschäft zwar geschützt sei, die Diagnostiksparte jedoch "weiterhin erheblich betroffen" bleibe.
Roche gehörte im Dezember zu den neun großen Pharmaunternehmen, die mit US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung zur Preissenkung bei Medikamenten schlossen. Im Gegenzug wurde die Androhung von Zöllen auf Pharmaprodukte für drei Jahre ausgesetzt. "Was Pharmazeutika betrifft, gehen wir davon aus, dass unsere Vereinbarung mit der Regierung bindend ist und wir weiterhin von Zöllen auf den Import von Medikamenten befreit bleiben", so Schwan.
Doppelte Zollbelastung durch China-Vergeltungsmaßnahmen
Die Diagnostiksparte, die im Jahr 2025 einen Umsatz von fast 14 Milliarden Schweizer Franken erzielte, exportiert laut Schwan einen Großteil ihrer Tests und Instrumente aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern in die USA. Hinzu kommt eine weitere Belastung: Roche produziert Diagnostikprodukte in den USA, die beim Import von Vorprodukten aus China mit amerikanischen Zöllen konfrontiert sind.
Da China seinerseits Vergeltungszölle eingeführt hat, zahlt Roche als US-Nettoexporteur nach China nun doppelt. "Das ist absurd", kommentierte Schwan die Situation deutlich. Diese Doppelbelastung verdeutlicht die komplexen Folgen des globalen Handelskonflikts für international aufgestellte Unternehmen.
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Zur AktienanalyseSchwan rechnet damit, dass die US-Regierung nach Ablauf der laufenden 150-Tage-Frist erneut Importzölle – diesmal auf einer anderen Rechtsgrundlage – einführen wird. Eine Abspaltung der belasteten Diagnostiksparte schloss er jedoch kategorisch aus. "Das ist überhaupt kein Thema. Wir halten daran fest", betonte er gegenüber der NZZ.


