Rocket Lab steigt als RTX-Partner ins Golden-Dome-Programm ein
Das US-Raumfahrtunternehmen sichert sich als Subunternehmer Zugang zum 3,2-Milliarden-Dollar-Raketenabwehrprogramm der USA.

Rocket Lab hat eine strategische Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern RTX Corporation geschlossen, um gemeinsam weltraumgestützte Abfangraketen für das US-amerikanische Raketenabwehrprogramm „Golden Dome" zu entwickeln. Das gab das Unternehmen zeitgleich mit seinen Quartalszahlen bekannt. Da RTX bereits einen Zuschlag im Rahmen des sogenannten SBI-Programms (Space-Based Interceptors) erhalten hat, profitiert Rocket Lab als Subunternehmer direkt von diesem Erfolg.
Das Golden-Dome-Programm ist Präsident Trumps ambitionierter Plan zum Aufbau eines satellitengestützten Raketenschutzschildes über den Vereinigten Staaten. Das Gesamtvolumen des Programms beläuft sich auf 151 Milliarden US-Dollar. Der nun vergebene Rahmenvertrag zur Entwicklung der weltraumgestützten Abfangraketen hat ein Volumen von 3,2 Milliarden US-Dollar. Um diese Aufträge konkurrieren neben RTX auch General Dynamics, Lockheed Martin und Northrop Grumman.
Rocket Labs strategischer Vorteil
Für Rocket Lab ist die Partnerschaft mit RTX ein potenzieller Wachstumstreiber erheblichen Ausmaßes. Das SBI-Programm entspricht mit seinem Volumen von bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar dem rund 4,7-Fachen des Jahresumsatzes von Rocket Lab der vergangenen zwölf Monate, der bei 680 Millionen US-Dollar lag. Wie viel davon letztlich auf Rocket Lab entfällt, hängt davon ab, wie erfolgreich RTX bei der Vergabe einzelner Aufträge innerhalb des Rahmenprogramms abschneidet.
Rocket Lab bringt dabei eine entscheidende Stärke in die Partnerschaft ein: Das Unternehmen fungiert bereits als Hauptauftragnehmer im PWSA-Programm (Proliferated Warfighter Space Architecture) der US Space Force – dem Vorgängerprogramm des Golden Dome zur Raketenerkennung und -verfolgung. RTX hingegen hatte sich aus dem PWSA-Wettbewerb zurückgezogen, nachdem es anfangs nur eine kleine Anzahl ähnlicher Verträge gewonnen hatte. Durch die Kooperation mit Rocket Lab gewinnt RTX nun Zugang zu dessen bewährter Expertise im Bereich militärischer Weltraumsysteme.
RTX profitiert von Rocket Labs Weltraumzugang
Ein weiterer zentraler Vorteil für RTX liegt in Rocket Labs eigenem Zugang zum Weltraum. Während Konkurrenten wie Lockheed Martin über das Joint Venture United Launch Alliance mit Boeing Satelliten starten können und Northrop Grumman eigene Trägerraketen wie Antares, Pegasus und Minotaur betreibt, verfügt RTX über keine eigene Trägerplattform. Rocket Lab schließt diese Lücke.
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Zur AktienanalyseDie Electron-Rakete von Rocket Lab befördert bereits mehrmals im Monat Satelliten in den Orbit. Mit der in Entwicklung befindlichen Neutron-Rakete soll das Unternehmen künftig in der Lage sein, ganze Satellitenkonstellationen mit einem einzigen Start in die Umlaufbahn zu bringen. Für ein Programm wie Golden Dome, das auf einem Netzwerk weltraumgestützter Systeme basiert, ist diese Fähigkeit von zentraler Bedeutung.
Die Partnerschaft zwischen dem etablierten Rüstungskonzern RTX und dem aufstrebenden Raumfahrtunternehmen Rocket Lab stellt eine bemerkenswerte Rollenumkehr dar: Nicht der große Konzern, sondern der kleinere Spezialist bringt die entscheidende Weltraumkompetenz in die Zusammenarbeit ein. Für Anleger, die Rocket Lab beobachten, markiert der Einstieg in das Golden-Dome-Programm einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen, milliardenschweren Wachstumsmarkt im Bereich der Raketenabwehr.


