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Roku prüft Verkauf: Aktie springt um 22 Prozent

Der US-Streaming-Spezialist Roku sondiert strategische Optionen inklusive eines möglichen Unternehmensverkaufs – Gespräche mit Medienkonzernen laufen bereits.

Roku prüft Verkauf: Aktie springt um 22 Prozent

Der US-amerikanische Streaming-Anbieter Roku prüft einem Bericht von Bloomberg News zufolge strategische Optionen, darunter auch einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Laut Insidern hat Roku bereits Gespräche mit mindestens einem US-Medienunternehmen über einen möglichen Zusammenschluss geführt. Die Nachricht ließ die Roku-Aktie um beachtliche 22 Prozent in die Höhe schnellen.

Allerdings sind die Verhandlungen noch in einem frühen Stadium. Eine mit der Situation vertraute Quelle betonte gegenüber Reuters, dass noch keine endgültigen Entscheidungen über einen potenziellen Verkauf getroffen wurden. Einer weiteren Quelle zufolge prüft das Unternehmen auch alternative Finanzierungsoptionen, darunter eine sogenannte PIPE-Transaktion – eine Privatplatzierung von Eigenkapital bei institutionellen Investoren. Roku selbst reagierte nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

Roku: Mehr als nur ein Streaming-Gerätehersteller

Roku ist hierzulande vor allem als Hersteller von Streaming-Sticks und Smart-TVs bekannt, doch das Geschäftsmodell des Unternehmens reicht weit darüber hinaus. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 19,4 Milliarden US-Dollar zählt Roku zu den bedeutenden Playern im US-amerikanischen Streaming-Markt. Das Unternehmen betreibt eine eigene Plattform, über die Nutzer auf zahlreiche Streaming-Dienste zugreifen können, und verdient dabei an Werbeeinnahmen sowie Beteiligungen an Abonnement-Abschlüssen.

Das Werbegeschäft bildet dabei das Herzstück der Einnahmen. Im ersten Quartal erzielte Roku im Plattformsegment Werbeerlöse von 613 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zusätzlich erhält das Unternehmen eine Beteiligung, wenn Nutzer über die Roku-Oberfläche Abonnements für Dienste wie Amazon Prime Video oder Netflix abschließen.

Gleichzeitig forciert Roku eigene Inhalte über den sogenannten Roku Channel – einen kostenlosen, werbefinanzierten Streaming-Dienst. Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen ist der Roku Channel der meistgesehene kostenlose Streaming-Dienst auf der Roku-Plattform. Dieser Umstand verdeutlicht jedoch eine strukturelle Spannung im Geschäftsmodell: Roku bewirbt einerseits Dienste von Partnern wie Amazon, steht mit dem eigenen Kanal aber gleichzeitig in direktem Wettbewerb mit diesen.

Wachsender Wettbewerb im werbefinanzierten Streaming

Der Markt für kostenlose, werbefinanzierte Streaming-Dienste wird zunehmend umkämpft. Analysten weisen darauf hin, dass immer mehr Unternehmen solche Angebote auf den Markt bringen, während das klassische lineare Fernsehen weiter an Bedeutung verliert. Zu den direkten Konkurrenten des Roku Channels zählen unter anderem Tubi, das zum Medienkonzern Fox gehört, sowie Pluto TV von Paramount.

Im vergangenen Jahr schloss Roku eine Partnerschaft mit Amazon, die es Werbetreibenden ermöglicht, Anzeigen auf dem Roku Channel zu schalten. Dies geschieht, obwohl Amazon mit seinem eigenen kostenlosen Streaming-Dienst ebenfalls auf der Roku-Plattform präsent ist – ein weiteres Beispiel für die komplexen Wettbewerbs- und Kooperationsverhältnisse im Streaming-Markt.

Attraktives Übernahmeziel für Medien- und Technologiekonzerne

Für potenzielle Käufer dürfte vor allem die enorme Reichweite von Roku interessant sein. Das Unternehmen zählt mehr als 100 Millionen Streaming-Haushalte und verfügt über umfangreiche Daten zum Sehverhalten seiner Nutzer. Laut den Insidern könnten Medien-, Technologie- und Werbeunternehmen als mögliche Käufer in Frage kommen. Diese Kombination aus Reichweite, Nutzerdaten und einem etablierten Werbevermarktungssystem macht Roku zu einem potenziell attraktiven Übernahmekandidaten in einer Branche, die sich im rasanten Wandel befindet.

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