Roku und Spotify: Zwei Wachstumsaktien mit 40% Rabatt
Beide Streaming-Aktien sind stark gefallen, doch solide Fundamentaldaten und KI-Potenzial machen sie zu interessanten Kaufkandidaten.

Wer nach unterbewerteten Wachstumsaktien im Bereich digitale Unterhaltung sucht, sollte derzeit Roku (ROKU) und Spotify Technology (SPOT) genauer unter die Lupe nehmen. Beide Unternehmen haben in den vergangenen Monaten deutliche Kursverluste erlitten, weisen aber starke Wettbewerbspositionen und solide Finanzkennzahlen auf. Analysten von The Motley Fool sehen in beiden Titeln derzeit attraktive Einstiegschancen.
Roku notiert aktuell rund 74 Prozent unter seinem Höchststand während der Pandemie, hat sich in den letzten zwölf Monaten aber immerhin in etwa verdoppelt. Spotify wird 46 Prozent unter seinen jüngsten Höchstständen gehandelt. Trotz dieser Rücksetzer lieferten beide Unternehmen zum Jahresauftakt starke Quartalsergebnisse.
Roku: 100 Millionen Haushalte als Wachstumsmotor
Roku hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Streaming-Plattform zählt mittlerweile über 100 Millionen Haushalte. Mehr Nutzer bedeuten für Roku vor allem eines – mehr Werbeeinnahmen. Der Plattformumsatz, der Werbung einschließt, stieg im ersten Quartal im Jahresvergleich um 28 Prozent.
Das Geschäftsmodell von Roku ist dabei breiter aufgestellt als oft wahrgenommen. Das Unternehmen profitiert nicht nur von Werbeeinnahmen, sondern erhält auch einen Anteil an jedem Drittanbieter-Abonnement, das über seine Plattform abgeschlossen wird. Dieser Abonnementumsatz legte im letzten Quartal um 30 Prozent im Jahresvergleich zu.
Ein weiterer Vorteil ist der eigene Roku Channel, der kostenlose, werbefinanzierte Inhalte anbietet. Er ist bereits die am zweithäufigsten genutzte App auf der Plattform und konkurriert damit effektiv mit Diensten wie YouTube, Apple TV und Netflix. Angesichts steigender Streaming-Preise entwickelt sich Rokus erschwingliche Plattform zunehmend zu einem echten Wettbewerbsvorteil.
Finanziell zeigt Roku eine klare Aufwärtsentwicklung: Der Gesamtumsatz stieg von 3,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf 4,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Zudem meldete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Betriebsgewinn von über 100 Millionen US-Dollar – ein Zeichen dafür, dass Skaleneffekte zunehmend greifen. Die Bewertung erscheint mit einem Forward-Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,3 vergleichsweise moderat.
Spotify: KI-Daten als tiefer Burggraben
Spotify verfügt über 761 Millionen monatliche Nutzer und fast 20 Jahre an Hörerdaten – ein Datenschatz, den das Unternehmen nun gezielt für Künstliche Intelligenz nutzt. Im ersten Quartal stiegen die monatlichen Nutzerzahlen um 12 Prozent im Jahresvergleich, der Abonnementumsatz legte um 10 Prozent zu, und der Gesamtumsatz wuchs um 8 Prozent.
Besonders bemerkenswert ist die Margenentwicklung. In den letzten drei Jahren hat Spotify seine Bruttomarge von 24 auf 32 Prozent ausgeweitet. Dies treibt ein solides Wachstum des freien Cashflows an – und das Potenzial ist nach Einschätzung von Analysten noch nicht ausgeschöpft.
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Zur AktienanalyseNeue KI-Funktionen wie der KI-DJ, der bereits von 94 Millionen Abonnenten genutzt wird, sowie Taste Profile und Prompt to Playlist sollen das Nutzererlebnis hyper-personalisieren und mehr Hörsitzungen generieren. Co-CEO Gustav Soderstrom betonte in der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen: „Wir integrieren KI in jeden Bereich von Spotify und beschleunigen die Entwicklung und Bereitstellung in einem Tempo, das wir so noch nicht gesehen haben."
Entscheidend dabei: Die Produktion dieser neuen Funktionen verursacht nur geringe Kosten, hat aber einen großen Einfluss auf das Nutzerengagement – genau das erklärt die steigende Bruttomarge. Trotz jahrelanger Investitionen von Apple und anderen Wettbewerbern konnte kein Musikdienst Spotify ernsthaft gefährden. Die Kombination aus größter Reichweite und umfangreichen Verhaltensdaten schafft einen tiefen Daten-Burggraben, der im aktuellen Aktienkurs nach Einschätzung der Analysten noch nicht angemessen eingepreist ist.
Für deutsche Privatanleger, die im Bereich digitale Unterhaltung und Streaming investieren möchten, bieten beide Aktien nach den deutlichen Kursrückgängen eine potenziell interessante Einstiegsgelegenheit – vorausgesetzt, man ist bereit, die mit Wachstumsaktien verbundenen Risiken zu tragen.


