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Rolls-Royce setzt auf Mini-Atomkraftwerke

Die britische Firma sieht Chancen und Herausforderungen in der globalen Energieversorgung

Rolls-Royce setzt auf Mini-Atomkraftwerke

Rolls-Royce hat in der Entwicklung von Mini-Atomkraftwerken, sogenannten Small Modular Reactors (SMRs), einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Diese kleinen, modularen Reaktoren könnten zukünftig eine wichtige Rolle in der kohlenstofffreien Energieversorgung spielen. Jedes SMR soll eine Leistung von 470 Megawatt erzeugen und rund 450.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Atomkraftwerken, die vor Ort gebaut werden, werden SMRs in Fabriken hergestellt und dann am Bestimmungsort zusammengesetzt. Rolls-Royce setzt große Hoffnungen in diese Technologie, die auch internationale Tech-Giganten wie Google und Amazon interessiert.

Bereits jetzt hat Rolls-Royce einen Großauftrag aus der Tschechischen Republik erhalten. Das Unternehmen gehört zudem zu den Favoriten für SMR-Projekte in Schweden, während es in Großbritannien noch auf eine Entscheidung der Regierung wartet, welches SMR-Design gefördert wird. Rolls-Royce hat nach eigenen Angaben einen Entwicklungsvorsprung von 18 Monaten, doch der Konzern warnt, dass dieser Vorsprung durch Verzögerungen in Gefahr geraten könnte. Konzernchef Tufan Erginbilgic betont die Dringlichkeit des Vorhabens, da auch andere Unternehmen wie Amazon verstärkt in die Entwicklung von SMRs investieren.

Trotz der vielversprechenden Technologie steht Rolls-Royce vor Herausforderungen. Die Entwicklungskosten der SMR-Sparte sind im letzten Jahr stark gestiegen, was zu einem Verlust von 78 Millionen Pfund geführt hat. Insgesamt hat Rolls-Royce bisher Subventionen in Höhe von 210 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, um die Entwicklung voranzutreiben. In Großbritannien gibt es einen breiten politischen Konsens zur Nutzung von Kernenergie, und die Bevölkerung unterstützt weitgehend den Ausbau der Nukleartechnologie. Dennoch lehnt etwa die Hälfte der Briten es ab, in der Nähe eines Atomkraftwerks zu wohnen.

Die britische Regierung hofft, bis Mitte der 2030er Jahre den ersten Mini-Reaktor in Betrieb zu nehmen und bis 2050 rund 24 Gigawatt Strom aus Nuklearenergie zu erzeugen. Dies würde etwa ein Viertel des dann erwarteten Strombedarfs im Vereinigten Königreich decken. Umweltschützer äußern jedoch Bedenken, dass die neuen Reaktorkonzepte dieselben Probleme wie frühere Programme haben könnten, insbesondere in Bezug auf Kosten, Bauzeiten und Abfallentsorgung. Greenpeace UK warnt davor, die Minireaktoren als Lösung für alle Energieprobleme zu betrachten.

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