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Rosneft meldet massiven Gewinneinbruch

Hohe Zinsen, niedrige Preise und Rubelstärke belasten den Ölkonzern deutlich

Rosneft meldet massiven Gewinneinbruch

Der russische Ölkonzern Rosneft hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Das Unternehmen teilte mit, dass der Nettogewinn aufgrund eines Zusammenspiels aus hohen Zinsen, niedrigeren Ölpreisen und einem stärkeren Rubel um rund 70 Prozent zurückgegangen sei. Der Gewinn habe sich auf 277 Milliarden Rubel reduziert, was etwa 3,1 Milliarden Euro entspricht. Rosneft verwies darauf, dass insbesondere der hohe Leitzins der russischen Zentralbank das Ergebnis stark belastet habe. Die Zentralbank hatte ihren Zinssatz in den vergangenen Monaten mehrfach erhöht, um die Inflation einzudämmen und den Rubel zu stabilisieren, was jedoch die Finanzierungskosten für Unternehmen spürbar steigen ließ.

Parallel zu dem deutlichen Rückgang des Nettogewinns meldete Rosneft, dass der Umsatz im genannten Zeitraum um knapp 18 Prozent auf 6,29 Billionen Rubel gesunken sei. Der Konzern führte diese Entwicklung auf die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Ölpreise zurück. Der weltweite Rückgang der Preise hatte bereits bei anderen großen Energieunternehmen wie Shell und TotalEnergies zu schwächeren Quartalsergebnissen geführt. Für die russischen Produzenten kommt erschwerend hinzu, dass der stärkere Rubel die Exporterlöse mindert, da Einnahmen aus dem Ausland beim Umtausch weniger Rubel einbringen.

Das Unternehmen erklärte darüber hinaus, dass das Ergebnis durch gestiegene Kosten für Antiterrormaßnahmen zusätzlich belastet worden sei. Konkrete Angaben machte Rosneft dazu nicht. Hintergrund sind anhaltende Angriffe der Ukraine auf russische Energieinfrastruktur, die seit August verstärkt gemeldet wurden. Die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sollen dem Schutz von Anlagen und Transportwegen dienen, verursachen jedoch erhebliche Mehrausgaben.

Die Kombination aus wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und währungsbedingten Faktoren stellt Rosneft vor anhaltende Herausforderungen. Der Konzern reagiert nach eigenen Angaben mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, ohne jedoch Details zu strategischen Anpassungen zu nennen. Beobachter gehen davon aus, dass die Entwicklung der Ölpreise in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle für die weitere Geschäftslage spielen dürfte. Auch die Geldpolitik der russischen Zentralbank bleibt ein zentraler Einflussfaktor für die Profitabilität des Unternehmens, da der erhöhte Leitzins die Kapitalbeschaffung verteuert und die binnenwirtschaftliche Nachfrage dämpft.

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