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Rotation weg von Tech: Chips, Telefonica und Smartphone-Kosten im Fokus

Asiatische Märkte drehen sich von Halbleitern ab, Telefonica überzeugt mit starken Q2-Zahlen und Smartphone-Komponenten werden teurer.

Rotation weg von Tech: Chips, Telefonica und Smartphone-Kosten im Fokus

Die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche steht unter Druck: An den asiatischen Aktienmärkten vollzieht sich eine deutliche Rotation weg von Technologiewerten. Gleichzeitig liefert Telefonica starke Quartalsergebnisse, während steigende Komponentenkosten die Smartphone-Hersteller belasten.

Asien dreht sich von Halbleitern ab

Besonders auffällig ist der Kurssturz bei SK Hynix: Die Aktien des südkoreanischen Chipherstellers schlossen 9,6 Prozent tiefer – obwohl das Unternehmen hervorragende Gewinne meldete. Dieser Rückgang zog den südkoreanischen Leitindex Kospi um 6,0 Prozent nach unten. Auch Taiwan und Japan, zwei weitere Märkte mit hoher Abhängigkeit vom Halbleitersektor, gaben deutlich nach: Taiwan verlor 3,8 Prozent, Japan 1,5 Prozent.

Patrick Munnelly von der Tickmill Group beschreibt in seiner Analyse eine bemerkenswerte Verschiebung: Chiphersteller hätten sich „im vergangenen Monat von den Lieblingen des Marktes zu Volatilitätsüberträgern entwickelt". Die Marktführerschaft in Asien habe sich hin zu zyklischen Konsumgütern, Finanzwerten und Energie verschoben. Das Thema Künstliche Intelligenz sei zwar nicht verschwunden, doch die Toleranz des Marktes für Enttäuschungen sei deutlich eingebrochen, so Munnelly.

Diese Entwicklung ist für deutsche Anleger mit Blick auf europäische Halbleiteraktien wie Infineon oder ASML relevant, da globale Sektortrends erfahrungsgemäß auch hiesige Titel beeinflussen.

Telefonica mit starkem zweiten Quartal

Positiver sieht die Lage beim spanischen Telekommunikationskonzern Telefonica aus. Die Analysten von Bernstein bewerten die Q2-Ergebnisse als stark: Das Unternehmen hob seine Jahresprognose für den bereinigten operativen Cashflow nach Leasingverhältnissen an und meldete für das Quartal einen Turnaround zu einem Nettogewinn bei gleichzeitig gestiegenem Umsatz.

Laut den Bernstein-Analysten ist das zweite Quartal „das letzte Quartal mit dem vollen Gegenwind durch den Verlust des Wholesale-Geschäfts von 1&1 im vergangenen Jahr". Der Konzern scheine auf Kurs zu sein, seine Jahresziele zu erreichen. Die Aktien notierten zum Zeitpunkt der Analyse unverändert bei 3,73 Euro.

Smartphone-Komponenten werden deutlich teurer

Auch im Smartphone-Markt zeichnen sich strukturelle Veränderungen ab. Shenghao Bai, Analyst bei Counterpoint Research, weist darauf hin, dass DRAM-Speicherchips den Hauptprozessor bereits als teuerstes Einzelteil in Flaggschiff-Smartphones abgelöst haben. Die bevorstehende Einführung fortschrittlicher 2-Nanometer-Hauptprozessoren werde die Komponentenkosten weiter in die Höhe treiben.

Die Zahlen sind eindrücklich: Die Preise für Smartphone-Speicher stiegen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 80 Prozent. Dies führte zu einem Anstieg der Herstellungskosten für Flaggschiff-Modelle um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Selbst wenn die Hersteller die Verkaufspreise erhöhen, werden die Bruttomargen für Flaggschiff-Modelle kurzfristig nicht das Niveau von 2025 erreichen, so der Analyst.

Für Verbraucher bedeutet dies, dass Premium-Smartphones in absehbarer Zeit noch teurer werden dürften. Für Investoren stellt sich die Frage, welche Hersteller und Zulieferer diese Kostensteigerungen am besten abfedern können.

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