Rückzug des Bundes bei Uniper
Staatsunternehmen Uniper plant Neuausrichtung inklusive Börsenrückkehr

Im Jahr 2022 drohte dem Düsseldorfer Energieversorger Uniper die Insolvenz. Das Unternehmen, das in der Energiekrise verstaatlicht wurde, da es aufgrund fehlender Gaslieferungen aus Russland horrende Preise für Ersatz zahlen musste, bereitet nun den allmählichen Rückzug des Bundes als Hauptanteilseigner vor. Nachdem sich die Gasmärkte stabilisiert haben, blickt Uniper optimistisch in die Zukunft und rechnet im aktuellen Jahr mit Milliardengewinnen.
Um sich für private Investoren wieder interessant zu machen, hat Uniper Pläne angekündigt, seine Bilanz zu säubern. Das Hauptziel besteht darin, das Unternehmen in die Position zu bringen, eine Dividende an die Aktionäre auszahlen zu können, um bei einer möglichen erneuten Börseneinführung in einer besseren Position zu sein. Diese Strategie erfordert jedoch eine Reihe von Maßnahmen, da das Unternehmen laut Handelsgesetzbuch keine Gewinnbeteiligung ausschütten darf, wenn seine Bilanz einen Verlust ausweist. Im Jahr 2022 betrug dieser Verlust satte 24,2 Milliarden Euro.
Ein erster Schritt, um dieses Minus auszugleichen, besteht darin, den Nennwert der 8,3 Milliarden Aktien des Unternehmens von 1,70 Euro auf einen Euro zu reduzieren. Dies reduziert das Grundkapital des Unternehmens von 14,16 Milliarden auf 8,3 Milliarden Euro. Darüber hinaus wird Uniper die Anzahl seiner Aktien erheblich reduzieren. Für jeweils 20 bisherige Anteilscheine wird es nur noch einen geben, was das Grundkapital auf 416 Millionen Euro senkt. Durch diese Änderungen werden 13,7 Milliarden Euro „freigesetzt“, die zum Ausgleich der Verluste in den Büchern verwendet werden.
Das allein reicht jedoch nicht aus, um den Verlust von 24,2 Milliarden Euro zu decken. Daher wird der erwartete Jahresüberschuss für 2023, der im mittleren einstelligen Milliardenbereich liegen soll, ebenfalls für den Verlustausgleich herangezogen. Eine zusätzliche Maßnahme wird die teilweise oder vollständige Auflösung der Kapitalrücklage sein, die im Geschäftsjahr 2022 bei 10,8 Milliarden Euro lag.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEs ist wichtig zu betonen, dass all diese Schritte rein buchhalterischer Natur sind und tatsächlich kein Geld fließt. Uniper hat für den 8. Dezember eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um diese Änderungen vorzunehmen. Da der Staat 99 Prozent der Aktien besitzt, ist eine Zustimmung zu den vorgeschlagenen Plänen so gut wie sicher.


