ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Russische Schattenflotte rüstet Tanker mit Anti-Drohnen-Netzen auf

Sanktionierte Öltanker schützen sich mit improvisierten Käfigen und Netzen vor ukrainischen Drohnenangriffen im Schwarzen Meer.

Russische Schattenflotte rüstet Tanker mit Anti-Drohnen-Netzen auf

Russische Öltanker und Hafenterminals werden mit Anti-Drohnen-Netzen und Metallkäfigen ausgestattet, um sich vor den anhaltenden ukrainischen Angriffen auf Moskaus Energieinfrastruktur zu schützen. Bilder des Schifffahrtsanalysten Yoruk Isik zeigen, wie der sanktionierte Tanker Caruzo am Dienstag mit sichtbaren Schutzvorrichtungen durch den Bosporus fuhr – ein ungewöhnlicher Anblick auf See.

Der 28 Jahre alte Tanker Caruzo, der von den Regierungen der EU und des Vereinigten Königreichs sanktioniert wurde, verließ das Schwarze Meer mit Anti-Drohnen-Netzen und an den Seiten aufgehängten, stapelbaren Wassertanks. Eine Seite der Schiffsbrücke war mit einem Netz verhüllt, das Dach mit einer Käfigstruktur bedeckt. „Die Mad-Max-Filme haben nichts zu bieten, was das übertreffen könnte", kommentierte Isik, der das in Istanbul ansässige Beratungsunternehmen Bosphorus Observer leitet.

Ein weiterer sanktionierter Tanker, die Rizvel, fährt laut Isik ebenfalls mit Netzen bedeckt im Marmarameer südlich von Istanbul. Die Schutzmaßnahmen auf See wirken dabei deutlich improvisierter als die an Land in der Ukraine eingesetzten Konstruktionen.

Ukrainische Drohnenangriffe setzen russische Schifffahrt unter Druck

In den vergangenen zwei Monaten hat die Ukraine einen der intensivsten Angriffe auf die Schifffahrt durchgeführt, die jemals beobachtet wurden. Ukrainische Streitkräfte nehmen russische Schiffe im Asowschen und Schwarzen Meer ins Visier, um die russischen Ölströme zu kappen. Die Angriffe haben ein solches Ausmaß angenommen, dass US-Vizepräsident JD Vance im vergangenen Monat forderte, Kiew solle die Angriffe in der Nähe des Terminals des Caspian Pipeline Consortium im russischen Hafen von Noworossiysk einstellen – zum Schutz der Interessen US-amerikanischer Ölkonzerne und zur Vermeidung einer weiteren Destabilisierung der Märkte.

Samir Madani, Mitbegründer der Schifffahrtsüberwachungswebsite Tankertrackers.com, beschreibt die Lage eindringlich: Die Besatzung der Caruzo habe sich nicht nur hinter Netzen verschanzt, sondern sich regelrecht „eingemauert". „Die Angst ist real", so Madani.

Die technische Logik hinter den Schutzmaßnahmen ist klar: Die Wassertanks am Rumpf, ähnlich denen an russischen Panzern, sollen die Wucht von Luft- und Seeangriffen absorbieren. Die Metallkäfige wiederum zielen darauf ab, die Explosion abzuschwächen, indem sie einen Abstand zwischen Sprengkopf und Ziel schaffen und die Detonation weiter vom Schiff entfernt erzwingen. Einen vollständigen Schutz bieten diese Maßnahmen jedoch nicht.

Frachtpreise steigen, Versicherungsschutz wird teurer

Das Schwarze Meer ist eine kritische Route für russische Ölexporte sowie für ukrainisches Getreide, das von Moskau als Vergeltung für die schweren Angriffe ins Visier genommen wurde. Die anhaltenden Angriffe hinterlassen deutliche Spuren auf den Märkten: Die Raten für Frachtschiffe in der Region sind laut der Preisagentur Argus stark gestiegen.

„Die jüngsten Vorfälle haben eine beträchtliche Anzahl von Schiffseignern dazu veranlasst, eine abwartende Haltung einzunehmen, anstatt zusätzliche Risiken einzugehen", sagte Sheel Bhattacharjee, Leiter der europäischen Frachtpreisgestaltung bei Argus. Auch der Versicherungsschutz sei eingeschränkt worden oder werde zu hohen Preisen angeboten.

Im Hafen von Noworossiysk zeigen Satellitenbilder von Airbus-Satelliten große Netzrahmen sowie Sperren und Lastkähne, die quer vor dem Eingang zum Militärhafen positioniert wurden. Diese Schutzmaßnahme besteht laut den Aufnahmen bereits seit März 2024.

Selenskyj meldet Angriff auf Noworossiysk

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Mittwoch, seine Streitkräfte hätten über Nacht eine „einzigartige Operation" mit ukrainischen Anti-Schiffs-Raketen, strahlgetriebenen Flugdrohnen und Seedrohnen durchgeführt, um den Marinestützpunkt in Noworossiysk anzugreifen. Er sagte, die Drohnen hätten russische Schiffe, Luftverteidigungsstellungen, Anlegestellen und die Infrastruktur des Seehafens getroffen. Die FT konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Videoaufnahmen schienen zu zeigen, wie die russische Luftabwehr in der Nacht versuchte, Schwärme von Flugdrohnen abzuwehren, die auf die Hafenstadt zuflogen. Tausende Kilometer Straßen im Südosten der Ukraine sind unterdessen ebenfalls mit Fischernetzen bedeckt, die Tunnel für Fahrzeuge bilden, um Angriffen durch FPV-Drohnen (First-Person-View) zu entgehen – eine Technologie, die die moderne Kriegsführung grundlegend verändert hat.

Russische SchattenflotteAnti-Drohnen-NetzeSchwarzes MeerUkraine KriegÖltanker SanktionenNoworossiyskDrohnenangriffe Schifffahrt

Disclaimer