Russischer Kapitän vor Gericht: Tödliche Kollision mit US-Tanker
Ein russischer Schiffskapitän muss sich in London wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten. Sein Containerschiff kollidierte im März 2025 mit einem US-Tanker vor der britischen Küste – ein Besatzungsmitglied starb.

Der 59-jährige russische Kapitän Wladimir Motin steht seit Dienstag vor dem Londoner Old Bailey Gericht. Ihm wird vorgeworfen, durch grobe Fahrlässigkeit den Tod eines Besatzungsmitglieds verursacht zu haben. Am 10. März 2025 kollidierte sein unter portugiesischer Flagge fahrendes Containerschiff Solong mit dem vor Anker liegenden US-Tanker Stena Immaculate vor der Ostküste Großbritanniens.
Besatzungsmitglied gilt als tot
Bei dem Unglück kam der 38-jährige philippinische Staatsbürger Mark Pernia ums Leben, der als Besatzungsmitglied auf der Solong arbeitete. Seine Leiche wurde nie gefunden, er wird jedoch offiziell als tot angenommen. Motin wurde vier Tage nach dem Vorfall angeklagt und plädiert auf nicht schuldig.
Staatsanwalt: "Vollständig vermeidbar"
Staatsanwalt Tom Little machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass der Tod "vollständig vermeidbar" gewesen wäre. "Er wäre noch am Leben, wenn es nicht das grob fahrlässige Verhalten des Angeklagten gegeben hätte", erklärte Little vor den Geschworenen. Die Anklage wirft Motin vor, über eine halbe Stunde lang nichts unternommen zu haben, obwohl sich die Solong auf direktem Kollisionskurs mit der Stena Immaculate befand.
Tanker mit Flugbenzin beladen
Die Brisanz des Vorfalls wird durch die Ladung des Tankers verstärkt: Die Stena Immaculate transportierte "sehr große Mengen an Flugbenzin". Zum Zeitpunkt der Kollision hatte Pernia alleinigen Wachdienst auf der Brücke. Als Kapitän trug Motin die Fürsorgepflicht für seine Besatzung.
Schwere Vorwürfe der Untätigkeit
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Zur Aktienanalyse"Letztendlich hat er nichts, absolut nichts, unternommen, um die Kollision zu vermeiden", betonte Staatsanwalt Little. Die Anklage muss nun beweisen, dass Motins Verhalten die Schwelle zur groben Fahrlässigkeit überschritt. Der Prozess am Old Bailey, einem der bekanntesten Strafgerichte Großbritanniens, dürfte mehrere Tage dauern.
Der Fall wirft erneut Fragen zur Sicherheit im stark befahrenen Seegebiet vor der britischen Küste auf. Die Kollision ereignete sich in einer Zone mit hohem Schiffsverkehr, wo besondere Sorgfaltspflichten gelten.


