Russland und Serbien verhandeln über NIS-Zukunft
US-Sanktionen zwingen Gazprom Neft zum Rückzug aus dem serbischen Ölsektor

Russlands Außenminister Sergei Lawrow erklärte in einer Pressekonferenz in Moskau, dass Russland in engem Kontakt mit seinen "serbischen Freunden" bezüglich der Zukunft des serbischen Ölunternehmens NIS stehe. Grund für die Gespräche sind Befürchtungen Belgrads, dass das Unternehmen von den jüngsten US-Sanktionen gegen den russischen Ölsektor betroffen sein könnte. Der Hauptanteilseigner von NIS ist Gazprom Neft, eine Tochtergesellschaft des russischen Energieriesen Gazprom.
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass Gazprom Neft innerhalb von 45 Tagen aus seiner Eigentümerrolle bei NIS aussteigen müsse. Diese Anweisung folge den neuen US-Sanktionen, die auf russische Energieunternehmen abzielen. Vučić führte am Dienstag Gespräche mit dem russischen Botschafter in Serbien, um die Auswirkungen dieser Sanktionen auf NIS zu erörtern. Auf seinem Instagram-Profil erklärte er, dass er im Rahmen eines bilateralen Abkommens zwischen Serbien und Russland die russischen Partner zu Konsultationen und zahlreichen Treffen über die zukünftige Funktionsweise von NIS aufgefordert habe.
Vučić betonte, dass eine Lösung gefunden werden müsse, die sowohl die gegenseitigen Interessen als auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern schütze. NIS gehört zu 50 % Gazprom Neft und zu 6,15 % der Muttergesellschaft Gazprom. Der serbische Staat hält 29,87 % der Anteile, während kleinere Aktionäre den restlichen Anteil besitzen.
Analysten sehen für Serbien zwei mögliche Wege: Entweder übernimmt der serbische Staat den russischen Anteil von insgesamt 56,15 % an NIS, oder die Anteile werden an Drittparteien verkauft. Die endgültige Entscheidung hänge jedoch von den Verhandlungen mit Russland ab. Laut Marktpreisen könnten die Anteile, die die russischen Unternehmen 2008 für 400 Millionen US-Dollar erworben haben, derzeit rund 600 Millionen Euro erzielen.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklungen rund um NIS und die Sanktionen gegen Russland werfen ein Schlaglicht auf die komplexen Beziehungen zwischen Serbien und Russland, insbesondere im Energiesektor.


