Saks Global in der Insolvenz: Luxuskaufhaus-Imperium kollabiert
Der US-Luxuseinzelhändler Saks Global hat Insolvenzschutz beantragt – nur ein Jahr nach der Fusion mit Neiman Marcus. Mit Schulden von bis zu 10 Milliarden Dollar ist es einer der größten Einzelhandelspleiten seit der Pandemie.

Das High-End-Kaufhaus-Konglomerat Saks Global hat am Dienstagabend Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Der Schritt erfolgt nur knapp ein Jahr nach dem Zusammenschluss von Saks Fifth Avenue, Bergdorf Goodman und Neiman Marcus unter einem Dach. Mit Aktiva und Passiva zwischen 1 und 10 Milliarden Dollar handelt es sich um einen der größten Einzelhandelskollapsen seit der Corona-Pandemie.
Die Geschäfte bleiben vorerst geöffnet. Das Unternehmen hat ein Finanzierungspaket über 1,75 Milliarden Dollar gesichert und einen neuen CEO ernannt. Geoffroy van Raemdonck, ehemaliger Chef von Neiman Marcus, übernimmt die Führung von Richard Baker, der als Architekt der schuldenfinanzierten Expansionsstrategie gilt.
Finanzierungspaket soll Betrieb sichern
Eine Investorengruppe unter Führung von Pentwater Capital Management und Bracebridge Capital stellt einen Debtor-in-Possession-Kredit über 1 Milliarde Dollar bereit. Zusätzlich stehen 240 Millionen Dollar über einen Asset-Backed-Loan zur Verfügung. Nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens, das für Ende 2025 erwartet wird, sollen weitere 500 Millionen Dollar fließen.
Das Gerichtsverfahren beim US-Insolvenzgericht in Houston soll Raum für eine Schuldenrestrukturierung mit Gläubigern schaffen. Alternativ könnte ein Verkauf an einen neuen Eigentümer die Liquidation abwenden. Ohne Einigung droht die Schließung der traditionsreichen Kaufhauskette.
Traditionsmarke unter Druck
Saks Fifth Avenue, 1867 vom Einzelhandelspionier Andrew Saks gegründet, war lange Zeit Anlaufstelle für Prominente wie Gary Cooper und Grace Kelly. Das Flaggschiff-Geschäft präsentierte exklusive Marken wie Chanel, Brunello Cucinelli und Burberry. Doch nach der Pandemie geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck.
Die Konkurrenz durch Online-Händler verschärfte sich deutlich. Gleichzeitig begannen Luxusmarken vermehrt, ihre Produkte direkt über eigene Kanäle zu verkaufen – ein Trend, der traditionelle Warenhäuser marginalisiert. Die schuldenfinanzierte Übernahme von Neiman Marcus erwies sich als zusätzliche Belastung.
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Zur AktienanalyseGläubiger aus der Luxusbranche
Unter den unbesicherten Gläubigern befinden sich zahlreiche Luxusmarken. Angeführt wird die Liste von Chanel und dem Gucci-Eigentümer Kering. Die genaue Höhe der Forderungen wurde in den Gerichtsdokumenten noch nicht vollständig aufgeführt.
Mit der Ernennung ehemaliger Neiman-Marcus-Führungskräfte zu Schlüsselpositionen setzt Saks Global auf Kontinuität. Darcy Penick wird Chief Commercial Officer, Lana Todorovich übernimmt die Leitung der globalen Markenpartnerschaften. Die neue Führungsriege soll das Unternehmen durch die Restrukturierung navigieren.


