Salesforce kauft Aktien im Wert von 27 Milliarden Dollar zurück
Ein Rekord-Rückkauf in einem einzigen Quartal soll Zweifel an der SaaS-Branche zerstreuen und das KI-Wachstum unterstreichen.

Salesforce-Chef Marc Benioff setzt ein spektakuläres Zeichen: In einem einzigen Quartal kaufte das CRM-Unternehmen eigene Aktien im Rekordwert von 27 Milliarden US-Dollar zurück. Dieser Schritt entspricht 19 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Unternehmens – eine außergewöhnlich hohe Quote, die in der Technologiebranche selten zu beobachten ist.
Der Hintergrund des massiven Rückkaufs ist vielschichtig. Benioff selbst spricht von einer sogenannten „SaaSpokalypse" – einer Befürchtung, dass das klassische Software-as-a-Service-Modell durch den Aufstieg von Künstlicher Intelligenz unter Druck geraten könnte. Mit dem Rekord-Rückkauf sendet das Unternehmen ein klares Signal: Das Management glaubt fest an die eigene Zukunftsfähigkeit.
Agentforce als Wachstumstreiber
Im Mittelpunkt des Optimismus steht Salesforces KI-Produkt Agentforce. Die Nutzungskennzahlen steigen laut den vorliegenden Informationen rasant an. Dabei werden unter anderem die Anzahl der verarbeiteten Token sowie sogenannte „Agentic Work Units" als Messgrößen herangezogen – beides Indikatoren dafür, wie intensiv Kunden die KI-gestützten Agenten-Funktionen tatsächlich einsetzen.
Die sprunghafte Zunahme dieser Kennzahlen lässt die Befürchtungen rund um die „SaaSpokalypse" zunehmend übertrieben erscheinen. Agentforce skaliert schnell, und das Unternehmen scheint in der Lage zu sein, den Übergang vom klassischen SaaS-Modell hin zu KI-gestützten Diensten erfolgreich zu vollziehen.
Bewertung erscheint günstig
Besonders bemerkenswert ist die aktuelle Bewertung der Salesforce-Aktie. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei rund 14 – ein Wert, der für ein Technologieunternehmen mit dem Wachstumsprofil von Salesforce historisch niedrig ist. Sollten Agentforce, die Token-Verarbeitung und die „Agentic Work Units" weiter wachsen, könnte dieses KGV im Nachhinein als deutlich zu günstig bewertet gelten.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist dieser Aspekt besonders relevant: Ein KGV von 14 bei einem führenden Cloud-Softwareunternehmen mit wachsenden KI-Umsätzen ist eine Kennzahl, die aufhorchen lässt. Zum Vergleich: Viele europäische Technologiewerte werden trotz geringerer Wachstumsdynamik zu deutlich höheren Bewertungen gehandelt.
Der Rekord-Rückkauf von 27 Milliarden Dollar in nur einem Quartal ist mehr als ein finanztechnisches Manöver. Er ist ein Vertrauensvotum des Managements in die eigene Strategie – und ein klares Bekenntnis dazu, dass Salesforce die KI-Transformation nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreift. Ob sich dieses Vertrauen auszahlt, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich Agentforce und die damit verbundenen Nutzungskennzahlen in den kommenden Quartalen weiterentwickeln.


