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Salesforce-Mitarbeiter protestieren gegen mögliche ICE-Zusammenarbeit unter CEO Benioff

Über 1.400 Beschäftigte fordern in offenem Brief Ende aller Geschäftsbeziehungen zur US-Einwanderungsbehörde.

Salesforce-Mitarbeiter protestieren gegen mögliche ICE-Zusammenarbeit unter CEO Benioff

Mehr als 1.400 Mitarbeiter des US-Softwarekonzerns Salesforce haben sich in einem offenen Brief an CEO Marc Benioff gewandt und fordern das Ende aller geschäftlichen Aktivitäten mit der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement). Dies berichtete der US-Sender CNBC unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Unterzeichner verlangen die Stornierung aller aktiven Vertragsverhandlungen mit der Behörde sowie eine öffentliche Stellungnahme des Unternehmens.

Der Protest der Salesforce-Belegschaft reiht sich ein in eine wachsende Bewegung von Tech-Mitarbeitern, die die Zusammenarbeit ihrer Arbeitgeber mit US-Sicherheitsbehörden kritisch hinterfragen. Hintergrund sind tödliche Zwischenfälle im Januar, bei denen ICE-Agenten die US-Bürger Renee Nicole Good und Alex Pretti in Minnesota erschossen hatten. Auch bei Google hatten sich vergangene Woche 900 Mitarbeiter mit ähnlichen Forderungen an die Unternehmensführung gewandt.

Auslöser für den Brief war offenbar ein Vorfall bei einer Mitarbeiterversammlung in Las Vegas. Dort hatte Benioff nach Angaben des Mediums 404 Media Witze über die Anwesenheit der ICE gemacht. Die Äußerungen stießen in internen Kommunikationskanälen des Unternehmens auf scharfe Kritik, wie die beiden Informanten gegenüber CNBC bestätigten.

Forderungen nach Transparenz und klaren Grenzen

In dem Schreiben fordern die Unterzeichner detaillierte Informationen darüber, welche Dienstleistungen Salesforce derzeit für die ICE erbringt. Zudem verlangen sie ein Verbot oder zumindest eine Aussetzung von "Infrastrukturen, KI-Systemen oder Diensten, die eine operative Ausweitung der ICE ermöglichen". Die Organisatoren planen, den Brief bis Freitag offiziell an Benioff zu übergeben.

Der Protest kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für das Unternehmen. Die Salesforce-Aktie hat im laufenden Jahr 2026 bereits rund 27 Prozent an Wert verloren. Investoren zeigen sich besorgt über mögliche Auswirkungen von KI-Modellen auf das Geschäft traditioneller Softwareanbieter. Gleichzeitig hatte Salesforce im Dezember seine Zusammenarbeit mit der US-Regierung hervorgehoben und ein Umsatzwachstum von 9 bis 10 Prozent für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert.

Regierungsgeschäft als Wachstumstreiber

Im Mai hatte die US-General Services Administration bekannt gegeben, dass Salesforce verschiedenen Regierungsbehörden Preisnachlässe auf seine Teamkommunikations-Software Slack gewährt. Auch andere Tech-Konzerne wie Adobe, Microsoft und ServiceNow hatten ihre Rabattangebote für Regierungskunden ausgeweitet.

Benioff selbst pflegt enge Kontakte zur aktuellen US-Regierung. Im Oktober führte er Gespräche mit David Sacks, dem von Präsident Donald Trump ernannten Beauftragten für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen. Im November nahm der Salesforce-CEO zusammen mit anderen Technologie-Führungskräften an einem Abendessen mit Trump im Weißen Haus teil. Ein auf der Plattform X veröffentlichtes Foto zeigt ihn mit Generalstaatsanwältin Pam Bondi.

In dem Mitarbeiterbrief wird Benioff allerdings auch eine frühere Äußerung positiv angerechnet. Im Oktober hatte er erklärt, den Einsatz der Nationalgarde in San Francisco – wo Salesforce seinen Hauptsitz hat und die jährliche Dreamforce-Konferenz ausrichtet – nicht für erforderlich zu halten. Dies stand im Widerspruch zu einem Bericht der New York Times, wonach Benioff zuvor Trumps Idee unterstützt hatte, Truppen in die Stadt zu entsenden.

Salesforce hat sich bislang nicht zu dem Mitarbeiterbrief geäußert. Auch Apple-CEO Tim Cook hatte kürzlich das Verhalten von ICE-Agenten bei Zusammenstößen mit Demonstranten öffentlich kritisiert.

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