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Salzgitter verschiebt Ausbau des grünen Stahlprojekts

Verzögerung wegen schwacher Märkte, hoher Kosten und fehlender politischer Entscheidungen

Salzgitter verschiebt Ausbau des grünen Stahlprojekts

Salzgitter, Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller, verschiebt die späteren Ausbaustufen seines wichtigen grünen Stahlprojekts um drei Jahre. Vorstandschef Gunnar Groebler erklärte, die Rahmenbedingungen in der Branche hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Das Projekt mit dem Namen Salcos soll ab 2027 ermöglichen, Stahl mit deutlich weniger CO₂-Ausstoß herzustellen, wobei Wasserstoff eine zentrale Rolle spielt. Insgesamt investiert das Unternehmen derzeit rund 2,5 Milliarden Euro, davon stammen eine Milliarde Euro aus Fördermitteln.

Die erste Phase des Projekts läuft wie geplant. Dazu gehören eine Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung von 100 Megawatt, eine Direktreduktionsanlage sowie ein Elektrolichtbogenofen. Diese Kombination wird es dem Unternehmen ermöglichen, rund 30 Prozent der Emissionen bei etwa zwei Millionen Tonnen Stahl einzusparen. Der spätere Ausbau, der den CO₂-Ausstoß in der Stahlproduktion um bis zu 95 Prozent senken könnte, wird jedoch später als vorgesehen umgesetzt. Groebler begründete dies unter anderem mit einer langsamer als erwartet verlaufenden Entwicklung der Wasserstoffmärkte.

Neben den wirtschaftlichen Unsicherheiten verweist der Vorstandschef auch auf ausstehende politische Entscheidungen. Versprochene regulatorische Anpassungen seien bislang nicht erfolgt, sagte er. Ursprünglich war vorgesehen, 2026 über die zweite Ausbaustufe von Salcos zu entscheiden. Diese Investitionsentscheidung wird nun frühestens 2028 oder 2029 erwartet. Durch die Verzögerung werden vorerst Investitionsmittel in Höhe von rund einer Milliarde Euro frei.

Die Herausforderungen betreffen nicht nur Salzgitter. Auch ArcelorMittal, der zweitgrößte Stahlhersteller weltweit, hat seine Pläne für die Umrüstung zweier Werke in Deutschland aufgegeben. Als Grund wurden die hohen Energiekosten im Land genannt. Das Unternehmen äußerte zudem Zweifel an der Wasserstoffstrategie, die von der früheren Bundesregierung gestartet worden war. Diese hatte darauf gesetzt, dass Subventionen Anreize für den Umbau bestehender Anlagen schaffen würden, damit künftig Öfen genutzt werden können, die mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Der Umbau der Stahlindustrie gilt als einer der zentralen Hebel, um die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die energiepolitische Ausgestaltung entscheidend dafür sind, wie schnell diese Transformation umgesetzt werden kann. In Salzgitter wird nun zunächst die erste Projektphase abgeschlossen, während die nächsten Schritte unter veränderten Vorzeichen geprüft werden.

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