Sam Bankman-Fried beantragt offiziell Begnadigung nach FTX-Urteil
Der zu 25 Jahren Haft verurteilte FTX-Gründer hat beim US-Justizministerium einen Begnadigungsantrag gestellt.

Der wegen Betrugs verurteilte Krypto-Unternehmer Sam Bankman-Fried hat offiziell eine Begnadigung beantragt. Aus den Daten des US-Justizministeriums geht jedoch hervor, dass der 34-Jährige die Begnadigung erst nach dem vollständigen Absitzen seiner 25-jährigen Haftstrafe anstrebt. Nach amerikanischem Recht ermöglicht eine solche Begnadigung unter anderem die Wiedererlangung des Wahlrechts.
Bankman-Fried selbst bestätigte gegenüber dem TV-Sender Fox Business, dass er eine Begnadigung anstrebe. US-Präsident Donald Trump hatte sich jedoch bereits Anfang des Jahres in einem Interview mit der „New York Times" klar positioniert: Er habe nicht vor, den FTX-Mitgründer zu begnadigen.
Der Aufstieg und Fall von FTX
FTX zählte einst zu den größten Kryptobörsen weltweit und handelte Digitalwährungen wie Bitcoin in Milliardenhöhe. Ende 2022 kollabierte die Plattform auf spektakuläre Weise. Bankman-Fried wurde daraufhin auf den Bahamas festgenommen und an die USA ausgeliefert. Im Jahr 2024 erfolgte schließlich die Verurteilung. Derzeit läuft noch ein Berufungsverfahren.
Der Kern des Vorwurfs war trotz der komplexen Krypto-Kulisse klassischer Natur: Veruntreuung von Kundenvermögen. Bankman-Fried stand neben FTX auch hinter dem Hedgefonds Alameda Research, der riskante Wetten einging und sich dafür Mittel direkt bei FTX lieh.
Heimliche Ausnahme für Alameda Research
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEigentlich hätten für solche Kredite Sicherheiten hinterlegt werden müssen – entsprechende Schutzmechanismen waren in der Software verankert. Doch die Systeme enthielten laut Anklage eine versteckte Ausnahme für Alameda, die es dem Hedgefonds erlaubte, bei FTX nahezu unbegrenzt ins Minus zu gehen.
Als die Geschäfte von Alameda Research schiefgingen, entstand in der FTX-Kasse der Anklage zufolge ein milliardenschweres Loch. Bankman-Fried selbst bestreitet dies und behauptet, FTX habe lediglich eine Liquiditätskrise durchlebt, sei aber grundsätzlich zahlungsfähig gewesen. Diese Darstellung bildet auch die Grundlage seiner laufenden Berufung.


