Sam Bankman-Fried scheitert mit Berufung gegen Kryptobetrug-Verurteilung
Das US-Berufungsgericht bestätigt die 25-jährige Haftstrafe des FTX-Gründers wegen Betrugs in Milliardenhöhe.

Sam Bankman-Fried, der einstige Star der Kryptobranche und Gründer der zusammengebrochenen Kryptobörse FTX, ist mit seinem Versuch gescheitert, seine Verurteilung wegen Betrugs aufzuheben. Ein dreiköpfiges Richtergremium des 2. US-Berufungsgerichts in Manhattan wies die Berufung am Freitag ab und bestätigte damit die 25-jährige Haftstrafe.
Bankman-Fried war 2023 von einer Bundesjury in Manhattan in sieben Anklagepunkten für schuldig befunden worden – zwei wegen Betrugs und fünf wegen Verschwörung. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan hatte ihm vorgeworfen, insgesamt 8 Milliarden US-Dollar von FTX-Kunden gestohlen zu haben, und bezeichnete die Tat als „Betrug von epischem Ausmaß". Im März 2024 wurde das Strafmaß von Richter Lewis Kaplan verkündet.
Der Kern des Betrugsvorwurfs
Im Mittelpunkt des Falls stand der Vorwurf, dass Bankman-Fried Kundengelder der Kryptobörse FTX zweckentfremdet hatte, um Verluste bei seinem krypto-orientierten Hedgefonds Alameda Research auszugleichen. Drei ehemalige enge Mitarbeiter Bankman-Frieds, die sich schuldig bekannten und mit der Staatsanwaltschaft kooperierten, sagten aus, er habe sie persönlich angewiesen, auf die Kundengelder zuzugreifen.
Bankman-Fried selbst hatte während des Prozesses auf nicht schuldig plädiert. Er räumte zwar Fehler bei der Unternehmensführung von FTX ein, bestritt jedoch, jemals Gelder gestohlen zu haben. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Aussagen der drei ehemaligen Mitarbeiter hätten seine Schuld zweifelsfrei bewiesen.
Berufungsargumente scheitern vor Gericht
In seiner Berufung hatten Bankman-Frieds Anwälte argumentiert, Richter Kaplan habe ihren Mandanten unrechtmäßig daran gehindert, entlastende Beweise vorzulegen. Konkret ging es um Beweise, die belegen sollten, dass FTX über ausreichend Mittel verfügte, um Kundenabhebungen zu decken. Das Berufungsgericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht.
Richter Kaplan hatte bei der Urteilsverkündung im März 2024 erklärt, Bankman-Fried habe gewusst, dass sein Handeln falsch war, aber „eine sehr schlechte Wette auf die Wahrscheinlichkeit abgeschlossen, erwischt zu werden". Diese Einschätzung unterstreicht die Schwere der Vergehen, die das Gericht dem FTX-Gründer anlastet.
Vom Milliardär ins Bundesgefängnis
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Zur AktienanalyseDer Fall Bankman-Fried gilt als einer der spektakulärsten Wirtschaftsskandale der jüngeren Geschichte. Vor dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 war Bankman-Fried eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des globalen Kryptosektors und Multimilliardär. Er pflegte ein Image als großzügiger Philanthrop und politischer Spender.
Heute sitzt Bankman-Fried in einem Bundesgefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe in der Nähe von Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien. Eine frühzeitige Entlassung ist frühestens im Jahr 2044 möglich. Das Scheitern der Berufung bedeutet, dass er seine lange Haftstrafe nun vollständig verbüßen muss – sofern keine weiteren Rechtsmittel Erfolg haben.
Der FTX-Kollaps hatte 2022 die gesamte Kryptobranche erschüttert und weltweit Anleger geschädigt. Der Fall hat seitdem die Debatte über die Regulierung von Kryptobörsen und den Schutz von Kunden in diesem weitgehend unregulierten Markt neu entfacht.


