Samsung Biologics kauft GSK-Werk in den USA
Erste US-Produktionsstätte soll Kapazitäten ausbauen und Nachfrage bedienen

Samsung Biologics hat angekündigt, eine US-amerikanische Arzneimittel-Produktionsstätte von GSK für 280 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Mit dem Erwerb reagiert das Unternehmen auf die langfristig erwartete Nachfrage nach biopharmazeutischen Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten. Es handelt sich um den ersten Produktionsstandort von Samsung Biologics auf US-amerikanischem Boden.
Käuferin ist die US-Tochtergesellschaft Samsung Biologics America, die im Rahmen der Transaktion sämtliche Anteile an Human Genome Sciences Inc. mit Sitz in Rockville im Bundesstaat Maryland erwirbt. Die Anlage gehörte bislang zu GSK und wird künftig in das globale Produktionsnetzwerk von Samsung Biologics integriert. Der Standort verfügt derzeit über eine Wirkstoffkapazität von insgesamt 60.000 Litern.
Nach Angaben des Unternehmens sind zusätzliche Investitionen vorgesehen, um die bestehenden Kapazitäten zu erweitern und technologische Modernisierungen vorzunehmen. Ziel ist es, den Standort an zukünftige Anforderungen der biopharmazeutischen Auftragsproduktion anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt zu stärken. Details zum Umfang der geplanten Investitionen wurden nicht genannt.
Der endgültige Kaufpreis kann sich bis zum Abschluss der Transaktion noch verändern. Der Vollzug des Geschäfts wird gegen Ende des ersten Quartals 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen. Bis dahin bleibt die Produktionsstätte im Eigentum von GSK, während vorbereitende Maßnahmen für die Übergabe erfolgen.
Hintergrund der Investition ist auch das sich wandelnde regulatorische Umfeld in den Vereinigten Staaten. Mehrere südkoreanische Pharmaunternehmen, darunter auch Celltrion, planen den Ausbau oder Aufbau von Produktionskapazitäten vor Ort. Die US-Regierung hat wiederholt mit der Einführung von Zöllen auf pharmazeutische Produkte gedroht, um die inländische Produktion zu stärken.
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Zur AktienanalyseIm Rahmen eines Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Südkorea wurde festgelegt, dass Zölle auf US-Importe südkoreanischer Pharmazeutika auf maximal 15 Prozent begrenzt sind, während Generika von solchen Abgaben ausgenommen bleiben. Diese Regelung beeinflusst die Standortentscheidungen der Unternehmen.
An der Börse reagierten die Investoren verhalten. Die Aktie von Samsung Biologics gab am Handelstag leicht nach und entwickelte sich schwächer als der Gesamtmarkt, der deutliche Gewinne verzeichnete.


