Samsung erwartet starken Gewinnsprung im Quartal
Steigende Speicherchippreise durch KI-Nachfrage treiben operatives Ergebnis deutlich

Samsung Electronics wird voraussichtlich am Donnerstag seine vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal vorlegen und dabei einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns ausweisen. Marktbeobachter rechnen damit, dass der südkoreanische Technologiekonzern für den Zeitraum von Oktober bis Dezember einen operativen Gewinn von rund 16,9 Billionen Won melden wird. Das entspräche einem Zuwachs von etwa 160 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als der Gewinn bei 6,49 Billionen Won lag. Einige Analysten halten sogar ein Ergebnis von über 20 Billionen Won für möglich.
Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die starke Verteuerung von Speicherchips infolge einer angespannten Angebotslage. Der weltweite Boom bei Anwendungen der künstlichen Intelligenz hat die Nachfrage nach Speicher- und Hochleistungschips deutlich erhöht. Gleichzeitig hat die Industrie ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf KI-spezifische Halbleiter ausgerichtet, wodurch das Angebot an herkömmlichen Speicherchips eingeschränkt wurde. Diese Kombination hat in den vergangenen Monaten zu erheblichen Preissteigerungen geführt.
Besonders stark haben sich die Preise für DDR5-DRAM entwickelt. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens TrendForce lagen die Preise für diesen Speichertyp im vierten Quartal um mehr als 300 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Für das laufende Quartal wird ein weiterer Preisanstieg bei konventionellen DRAM-Chips von bis zu 60 Prozent erwartet. Da ein großer Teil der Produktionskapazitäten von Samsung in diesem Segment angesiedelt ist, profitiert der Konzern überdurchschnittlich von dem aktuellen Preiszyklus.
Das erwartete Ergebnis würde den höchsten Quartalsgewinn seit dem dritten Quartal 2018 markieren. Gleichzeitig unterstreicht es die Kehrtwende nach einer Phase schwacher Ergebnisse, in der Samsung im Wettbewerb um hochentwickelte Speicherlösungen zeitweise hinter Rivalen zurückgefallen war. Inzwischen sehen Analysten Fortschritte bei der Belieferung großer Kunden im Bereich leistungsfähiger Speicherchips für KI-Anwendungen.
Neben dem Halbleitergeschäft wirkt sich die Entwicklung jedoch auch unterschiedlich auf andere Sparten aus. Während die hohen Chippreise die Profitabilität der Speicherdivision stützen, belasten sie die Margen im Smartphone-Geschäft, das weiterhin eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Steigende Kosten für Komponenten erschweren es dort, die Gewinnspannen stabil zu halten.
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Zur AktienanalyseFür das Gesamtjahr erwarten Analysten, dass sich der operative Gewinn von Samsung deutlich erhöhen wird. Gleichzeitig verweisen sie auf Risiken, die sich aus möglichen Nachfragerückgängen bei Endgeräten sowie aus der hohen Verschuldung vieler Betreiber von KI-Rechenzentren ergeben könnten. Dennoch bleibt der aktuelle Preisanstieg bei Speicherchips ein zentraler Faktor für die kurzfristige Ergebnisentwicklung des Konzerns.


