Samsung Smart Glasses: Details zu Funktionen und Premium-Positionierung enthüllt
Samsung greift Meta mit einer Kamera-Brille an – Gestensteuerung via Smartwatch und Premium-Preissegment geplant.

Samsung hat auf seinem Galaxy Unpacked Event am Mittwoch erstmals umfassende Details zu seinen kommenden Smart Glasses präsentiert. Die Brille verfügt über eine integrierte Kamera, ist mit dem Snapdragon AR1 Gen1-Chip von Qualcomm ausgestattet und muss mit einem Smartphone gekoppelt werden. Damit tritt der südkoreanische Technologiekonzern direkt gegen den Marktführer Meta an.
Die Kamera der Samsung Smart Glasses kann Inhalte erfassen, die der Nutzer sieht – etwa durch Videoaufnahmen. Darüber hinaus ist das Gerät in der Lage, Texte auf Whiteboards oder in Präsentationen zu lesen und die wichtigsten Informationen automatisch in Notizen zu organisieren. Lange Nachrichten, die auf dem gekoppelten Smartphone eingehen, lassen sich zusammenfassen und über die integrierten Lautsprecher der Brille anhören.
Gestensteuerung und mehr Designs geplant
Ein besonderes Feature ist die geplante Gestensteuerung: James Choi, Executive Vice President bei Samsung und Leiter der zuständigen Forschungs- und Entwicklungsabteilung, erklärte gegenüber CNBC, dass das Unternehmen Gestensteuerungen in Kombination mit seinen Smartwatches teste. Nutzer könnten demnach eine bestimmte Handbewegung ausführen, um Funktionen auf der Brille zu aktivieren. Laut Choi sei auch eine Steuerung über den Galaxy Ring denkbar, den Samsung 2024 auf den Markt gebracht hat.
Zum Marktstart in diesem Herbst soll es „mehr Designs" und Farben geben als bisher gezeigt, so Choi. Samsung hatte die Smart Glasses bereits im Mai auf der Google I/O-Konferenz vorgestellt und dabei zwei Modelle präsentiert – entwickelt in Zusammenarbeit mit den Brillenmarken Gentle Monster und Warby Parker. Damals machte das Unternehmen noch kaum Angaben zu Design und Funktionalität.
Premium-Positionierung ohne konkreten Preis
Einen genauen Preis nannte Samsung bisher nicht. Choi betonte jedoch, das Gerät solle als „Premium-Produkt" positioniert werden. „Wir wollen es erschwinglich machen, aber die Qualität des Produkts selbst wollen wir im Premium-Segment positionieren. Das bedeutet nicht, dass es wahnsinnig teuer sein wird", sagte Choi und ergänzte, dass die Brille nicht am „unteren Ende" angesiedelt sein werde. Der Vertrieb soll über die Kanäle der Partnermarken erfolgen.
Marktanalyst Francisco Jeronimo von IDC schätzt, dass Samsung den Preis zwischen 600 und 700 US-Dollar ansetzen könnte, um die Premium-Marke zu stärken. Er warnte jedoch vor einem Risiko: Wenn Samsung das Gerät hochpreisig positioniere, „ohne mehr zu bieten" als die Ray-Ban-Produkte von Meta, werde es „ein ziemlich schwieriger Schritt sein, ein solches Gerät zu verkaufen".
Herausforderer gegen einen dominanten Marktführer
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Zur AktienanalyseSamsung betritt einen Markt, den Meta seit 2021 mit seiner Ray-Ban-Brillenserie dominiert. Laut IDC hielt Meta im ersten Quartal 2026 einen Marktanteil von 69,2 Prozent im Segment der Smart Glasses. Meta hat sein Portfolio zuletzt ausgebaut: Im vergangenen Monat brachte das Unternehmen Einsteiger-Smart-Glasses für 299 US-Dollar auf den Markt, und 2025 stellte es die Meta Ray-Ban Display-Brille für 799 US-Dollar vor, die über ein integriertes Display verfügt.
Paolo Pescatore, Gründer des Analysehauses PP Foresight, ordnet Samsungs Markteintritt kritisch ein: „Samsungs Einstieg stellt eine ernsthafte Herausforderung für Meta dar, aber der Erfolg ist keineswegs garantiert. Ray-Ban Meta genießt bereits eine hohe Bekanntheit und wachsende Akzeptanz, während Samsung in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, seine enorme Smartphone-Basis in Nutzer von ergänzenden Galaxy-Geräten zu verwandeln."
Samsung-Manager Choi zeigte sich dennoch langfristig optimistisch, mahnte aber zur Geduld. Das Unternehmen stehe in der Kategorie der Smart Glasses „erst am Anfang" und erwarte, dass es sich zunächst um einen „Nischenmarkt" handeln werde – ohne Absatzzahlen von 100 Millionen Einheiten. Konkrete Verkaufserwartungen wollte Choi nicht nennen. Das Gerät verfügt zudem über ein tragbares Ladeetui, das den mobilen Einsatz erleichtern soll.


