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Samsung warnt vor akutem Chipmangel – Mobilsparte unter Druck

Trotz Rekordgewinn im Chipgeschäft kämpft der Konzern mit steigenden Kosten bei Smartphones und Displays.

Samsung warnt vor akutem Chipmangel – Mobilsparte unter Druck

Samsung Electronics rechnet mit einer sich verschärfenden Chipknappheit im laufenden Jahr. Der südkoreanische Technologiekonzern profitiert zwar vom KI-Boom im Halbleitergeschäft, sieht aber zugleich erheblichen Gegenwind für seine Smartphone- und Display-Sparten. Die stark steigenden Speicherchip-Preise belasten die Margen in diesen Geschäftsbereichen erheblich.

Der weltweit führende Speicherchiphersteller meldete für das vierte Quartal 2024 einen operativen Gewinn von 20 Billionen Won (13,98 Milliarden US-Dollar) – mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert von 6,49 Billionen Won. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 93,8 Billionen Won. Die Samsung-Aktie gab nach der Zahlenvorlage um 1,2 Prozent nach.

Chipsparte treibt Rekordergebnis

Das Halbleitergeschäft, Samsungs wichtigste Ertragsquelle, steigerte den operativen Gewinn im vierten Quartal um 470 Prozent auf den Rekordwert von 16,4 Billionen Won. Damit entfielen über 80 Prozent des Gesamtgewinns auf diese Sparte. "Es wird erwartet, dass ein signifikanter Mangel an Speicherprodukten auf breiter Front vorerst anhalten wird", erklärte Kim Jaejune, Manager der Samsung-Speicherchipsparte, während der Telefonkonferenz.

Kim prognostizierte, dass die Angebotsausweitung in den Jahren 2026 und 2027 begrenzt bleiben werde, während die KI-bezogene Nachfrage stark bleibe. Der Wettlauf um künstliche Intelligenz belastet das Chipangebot massiv und treibt die Preise nach oben. Samsung produziert bereits seine Speicherchips der nächsten Generation mit hoher Bandbreite (HBM4) und plant, diese im Februar an einen "Großkunden" – vermutlich Nvidia – auszuliefern.

Mobilfunksparte unter Kostendruck

Im Gegensatz zum florierenden Chipgeschäft sank der Gewinn der Mobilfunksparte um 10 Prozent auf 1,9 Billionen Won. Die stark steigenden Chip-Preise belasten die Kosten erheblich. "Wie die Sparte ihre Margen im Laufe des Jahres verteidigt, wird ein Schlüsselthema sein", kommentierte Ko Yeongmin, Analyst bei Daol Investment & Securities.

Co-CEO TM Roh bezeichnete die akute Chipknappheit in einem Reuters-Interview als "beispiellos" und schloss Preiserhöhungen nicht aus. Die Mobilfunksparte plane, mit wichtigen Partnern zusammenzuarbeiten, um eine stabile Produktversorgung zu gewährleisten. Zudem wolle man "Ressourceneffizienzen vorantreiben, um das Risiko einer Gewinnerosion zu minimieren", erklärte Cho Seung, Manager der Mobilfunksparte.

Auch das Display-Geschäft, dessen Kunden unter anderem Apple angehört, erwartet ein herausforderndes Jahr. Der Gewinn verdoppelte sich im vierten Quartal dank robuster iPhone-17-Verkäufe auf 2 Billionen Won. Dennoch rechnet die Sparte damit, dass die Smartphone-Nachfrage im laufenden Quartal nachlassen wird und Kunden auf Preissenkungen drängen werden.

Analysten erwarten weitere Gewinnsteigerung

Sohn In-joon, Analyst bei Heungkuk Securities, erwartet für das laufende Quartal eine weitere Beschleunigung der Speicherpreissteigerungen. Er prognostiziert, dass Samsungs Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um das Fünffache auf rund 35 Billionen Won steigen könnte. Die Speicherkostenbelastung für das Mobilfunkgeschäft werde sich jedoch intensivieren.

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