Sánchez kritisiert Trump trotz Begrüßung des Iran-Waffenstillstands
Spaniens Ministerpräsident lobt die Feuerpause, teilt aber einen deutlichen Seitenhieb gegen die Trump-Administration aus.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den am Mittwoch verkündeten Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran begrüßt – dabei jedoch unmissverständlich Kritik an der Trump-Administration geübt. Sánchez erklärte, Spanien werde „jenen keinen Beifall zollen, die die Welt in Brand setzen, nur weil sie anschließend mit einem Eimer erscheinen." Damit spielte er darauf an, dass die USA die Feindseligkeiten selbst initiiert hätten.
Sánchez, der sich zu einem der schärfsten europäischen Kritiker der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran entwickelt hat, forderte, dass „Diplomatie, internationales Recht und FRIEDEN" die Oberhand gewinnen müssten. Seine Äußerungen erfolgten kurz nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, er habe zugestimmt, die Angriffe auf die iranische Infrastruktur für zwei Wochen auszusetzen. Die Ankündigung löste eine breit angelegte Erholungsrallye bei Risikoanlagen aus.
Trumps Drohungen und die Reaktion der Märkte
Vor der Einigung hatte Trump mit drastischen Worten gedroht: „Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation sterben, die niemals wiederkehren wird", falls bis zu seiner Frist am Dienstag keine Einigung erzielt würde. Die Ankündigung des Waffenstillstands sorgte an den Finanzmärkten für spürbare Erleichterung und trieb Risikoanlagen nach oben.
Iranische Beamte erklärten, der vorübergehende Waffenstillstand bedeute, dass eine sichere Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus „möglich" sei – vorbehaltlich der Abstimmung mit den Streitkräften und „technischer Einschränkungen". Diese Vorbehalte könnten Teheran einen gewissen Spielraum geben, die Einhaltung zu eigenen Bedingungen zu definieren. Analysten bezeichneten das Abkommen als fragil und warnten vor einem erheblichen Mangel an Vertrauen auf beiden Seiten.
Spaniens Antikriegshaltung und Trumps Reaktion
Sánchez hatte wiederholt den Zorn des Weißen Hauses auf sich gezogen, seit die USA und Israel am 28. Februar erstmals Angriffe gegen den Iran starteten. Spaniens Regierung weigerte sich, die Nutzung zweier gemeinsam betriebener Stützpunkte auf ihrem Territorium für US-Angriffe zu gestatten. Später sperrte Madrid sogar seinen Luftraum für an den Angriffen beteiligte US-Flugzeuge.
Als Reaktion auf Spaniens Haltung erneuerte Trump seine Kritik an den spanischen Verteidigungsausgaben und drohte damit, alle Handelsbeziehungen zu dem südeuropäischen Land abzubrechen. Dieser Konflikt verdeutlicht die tiefe Spannung zwischen Washington und mehreren europäischen Verbündeten in der Iran-Frage.
Breite internationale Unterstützung für die Feuerpause
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Zur AktienanalyseNeben Sánchez begrüßte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den zweiwöchigen Waffenstillstand und sprach von einer „dringend benötigten Deeskalation". EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete das Abkommen als „einen Rückzug vom Abgrund nach Wochen der Eskalation". Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, die Feuerpause werde „der Region und der Welt einen Moment der Erleichterung verschaffen".
Israel unterstützte den US-Waffenstillstand mit dem Iran, betonte jedoch, dass das Abkommen die Kämpfe gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon nicht abdecke. Saudi-Arabien, Katar, die Türkei, Indien, China und Japan gaben allesamt Erklärungen ab, in denen sie den diplomatischen Durchbruch begrüßten. Der Waffenstillstand war von Pakistan vermittelt worden.
Weitere Gespräche zur Sondierung eines umfassenden Endes der Krise im Nahen Osten sollen am Freitag in Islamabad stattfinden. Ob die fragile Feuerpause in ein dauerhaftes Abkommen mündet, bleibt angesichts des tiefen gegenseitigen Misstrauens zwischen Washington und Teheran ungewiss.


