Sandoz zahlt 450 Millionen Dollar im US-Kartellrechtsstreit
Der Schweizer Generikahersteller Sandoz einigt sich mit 43 US-Bundesstaaten auf einen Millionenvergleich wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens.

Der Schweizer Generikahersteller Sandoz hat eine Vergleichsvereinbarung über insgesamt 450 Millionen US-Dollar mit 43 US-Bundesstaaten und Territorien geschlossen. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Damit werden langjährige Rechtsstreitigkeiten wegen mutmaßlichen wettbewerbswidrigen Verhaltens auf dem US-amerikanischen Generikamarkt beigelegt.
Der Vergleich sieht vor, dass die US-Tochtergesellschaft von Sandoz ab dem Jahr 2027 über einen Zeitraum von sieben Jahren insgesamt 400 Millionen Dollar zahlt. Zusätzlich leistet das Unternehmen eine weitere Zahlung von rund 50 Millionen Dollar an Bundesstaaten, mit denen bereits in einem früheren Schritt eine Einigung erzielt worden war. Damit beläuft sich die Gesamtsumme aller Vergleichszahlungen auf 450 Millionen Dollar.
Kein Schuldeingeständnis seitens Sandoz
Wichtig für die rechtliche Bewertung: Keiner der abgeschlossenen Vergleiche enthält ein Schuldeingeständnis seitens Sandoz US. Dies ist in solchen Kartellrechtsverfahren eine gängige Praxis, bei der Unternehmen Streitigkeiten beilegen, ohne die erhobenen Vorwürfe formell anzuerkennen. Sandoz betonte ausdrücklich, dass die Vergleiche keine Einräumung von Fehlverhalten darstellen.
Für deutsche Anleger und Beobachter des Pharmesektors ist der Kontext bedeutsam: Sandoz ist die Generikasparte des Schweizer Pharmakonzerns Novartis und wurde 2023 als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Als einer der weltweit größten Hersteller von Generika und Biosimilars ist Sandoz auf dem US-Markt ein bedeutender Akteur. Der US-Generikamarkt steht seit Jahren unter behördlicher Beobachtung, da mehrere Hersteller im Verdacht stehen, Preise abgesprochen und den Wettbewerb eingeschränkt zu haben.
Keine Auswirkungen auf die Jahresprognose
Trotz der erheblichen Vergleichssumme gibt sich Sandoz gelassen, was die finanziellen Folgen betrifft. „Diese Vergleiche haben keine Auswirkungen auf die Prognose für das Gesamtjahr 2026 oder den mittelfristigen Ausblick von Sandoz", teilte das Unternehmen mit. Die gestaffelte Zahlung über sieben Jahre ab 2027 dürfte dazu beitragen, die finanzielle Belastung für das Unternehmen kalkulierbar zu halten.
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Zur AktienanalyseDie Einigung mit 43 Bundesstaaten und Territorien zeigt das breite Ausmaß der rechtlichen Auseinandersetzungen, mit denen Sandoz in den USA konfrontiert war. Solche Sammelverfahren, bei denen sich mehrere US-Bundesstaaten gemeinsam gegen ein Unternehmen zusammenschließen, sind im amerikanischen Kartellrecht ein bewährtes Instrument, um mutmaßliche Verstöße gegen den Wettbewerb zu ahnden und Verbraucher zu schützen.
Für Sandoz bedeutet die Einigung einen wichtigen Schritt zur Bereinigung rechtlicher Altlasten. Das Unternehmen kann sich nun stärker auf sein operatives Geschäft konzentrieren, ohne die Unsicherheit anhängiger Großverfahren in den USA.


