Sanierungsbedarf bei deutschen Büros steigt rapide
Viele Büros in Randlagen könnten in Zukunft überflüssig werden.

Der Büromarkt in den großen deutschen Metropolen steht vor erheblichen Herausforderungen. Ein Drittel der Büroflächen in Städten wie Berlin, Hamburg und Köln ist sanierungsbedürftig. Besonders betroffen sind ältere Gebäude, die den aktuellen nachhaltigen Standards nicht mehr gerecht werden. Der Trend zum Homeoffice sowie die schwächelnde Konjunktur tragen zusätzlich zur Unsicherheit im Büromarkt bei. Gleichzeitig sind Neubauprojekte derzeit ins Stocken geraten, was die Nachfrage nach sanierten Bestandsimmobilien erhöht.
Berlin, die größte deutsche Stadt im Hinblick auf Büroflächen, verzeichnet mit über 21 Millionen Quadratmetern den größten Bestand. Die Hauptstadt sticht auch bei der Sanierung positiv hervor: In den letzten fünf Jahren wurden rund drei Prozent der Büroflächen saniert. Diese Quote ist im Vergleich zu anderen Metropolen bemerkenswert, da beispielsweise München und Hamburg lediglich eine Sanierungsrate von einem Prozent aufweisen. Besonders düster sieht es in Düsseldorf aus, wo bisher nur 0,2 Prozent der Büroflächen saniert wurden. Die Experten von Apoprojekt und Bulwiengesa, die die Daten analysiert haben, erwarten jedoch, dass der Sanierungsanteil in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird.
Ein Grund für den Vorsprung Berlins ist die große Anzahl an Behörden und Forschungseinrichtungen, die häufig in zentralen Lagen angesiedelt sind und bevorzugt saniert werden. Dies liegt daran, dass Büroimmobilien in zentralen Lagen eine bessere Perspektive für die Vermietung haben. Etwa zwei Drittel der Sanierungsprojekte befinden sich in solchen Lagen, da die Nachfrage nach diesen Flächen trotz des Trends zum Homeoffice weiterhin hoch ist. Randlagen hingegen sind weniger gefragt, und es wird erwartet, dass dort in Zukunft viele Büroflächen überflüssig werden könnten.
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Zur AktienanalyseDie Kosten für die Sanierung von Büroimmobilien variieren stark. Laut Stephan Winn, Geschäftsführer von Apoprojekt, belaufen sich diese auf etwa 800 bis 2000 Euro pro Quadratmeter, abhängig vom Zustand des Gebäudes. Nach der Sanierung steigen die Mietpreise oft erheblich, teilweise um bis zu 300 Prozent. Im Durchschnitt verdoppeln sich die Mieten, was sanierten Gebäuden hilft, mit Neubauten zu konkurrieren. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich der Markt weiterentwickelt und ob der Anteil der sanierten Flächen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird.


