Sanjay Shah: Auslieferung nach Dänemark
Internationale Steuerhinterziehung und Geldwäsche: Ein britischer Hedgefonds-Manager vor Gericht in zwei Ländern

Der lang erwartete Fall des Hedgefonds-Managers Sanjay Shah hat eine bedeutende Wendung genommen, als die Vereinigten Arabischen Emirate ihn an Dänemark ausgeliefert haben. Shah, der sich des schweren Vorwurfs der Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben soll, wurde seit Mitte 2022 in Auslieferungshaft gehalten. Die dänischen Behörden beschuldigen ihn, den Staat um eine Milliardensumme betrogen zu haben, und hatten seit Jahren auf seine Auslieferung gedrängt. Nun ist Sanjay Shah endlich in die Hände der dänischen Justiz übergeben worden.
Die Anklage gegen Shah wurde bereits Anfang 2021 in Dänemark erhoben. Per Fiig, der Generalstaatsanwalt für Internationale Kriminalität in Dänemark, beschuldigte ihn damals in insgesamt 3000 Einzeltaten. Fiig nannte den Fall "ein äußerst schweres und außerordentlich umfangreiches Verbrechen gegen den dänischen Staat" und sprach von einem "zynischen und sorgfältig geplanten Betrug".
Die Vorwürfe beinhalten, dass Sanjay Shah sich unrechtmäßig Kapitalertragsteuern vom dänischen Staat erstatten ließ, obwohl diese Steuern nie gezahlt wurden. Ähnlich wie in Deutschland erhebt auch Dänemark eine Pauschalsteuer auf Dividenden von Aktiengesellschaften, die später zurückerstattet werden kann. Shah soll dieses System ausgenutzt haben, möglicherweise mit Unterstützung eines Mitarbeiters der dänischen Steuerbehörde, der ihm Steuerbescheinigungen ausstellte und später selbst zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.
Es ist interessant zu beachten, dass in Deutschland ähnliche Aktiengeschäfte, bekannt als Cum-Ex-Deals, stattgefunden haben. Diese Geschäfte zielten darauf ab, die Kapitalertragsteuer doppelt zu erstatten, indem Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag mit und ohne Dividende gehandelt wurden.
Sanjay Shah hat stets seine Unschuld beteuert, und auch nach seiner Auslieferung nach Dänemark beharren seine Anwälte darauf. Chris Waters von der Londoner Kanzlei Meaby & Co., die die Verteidigung von Shah weltweit koordiniert, äußerte seine Enttäuschung über die Auslieferung und betonte, dass sein Mandant die von ihm getätigten Geschäfte für rechtmäßig halte. Er stellte sogar die Fairness eines möglichen Verfahrens in Dänemark in Frage und kündigte an, alle verfügbaren Rechtsmittel auszuschöpfen.
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Zur AktienanalyseNicht nur in Dänemark, sondern auch in Deutschland sind die Behörden hinter Sanjay Shah her. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat ihn wegen Geldwäsche angeklagt, da ein Teil der mutmaßlichen Beute aus Dänemark über eine Bank in Hamburg gewaschen wurde. Dieses Geld wurde unter dem Verwendungszweck "Solo Payment to Elysium" verbucht, wobei Solo Capital und Elysium Unternehmen von Shah waren. Shah war auch ein Großaktionär der Varengold Bank, bei der er zeitweise im Aufsichtsrat saß und die schließlich den Geldwäscheverdacht meldete.
Zusätzlich zu den Geldwäschevorwürfen ermitteln deutsche Behörden auch wegen illegaler Cum-Ex-Geschäfte in Deutschland, an denen Shah beteiligt gewesen sein soll. Diese Vorwürfe basieren auf den laufenden Prozessen gegen zwei Manager der Londoner Firma Duet, die der schweren Steuerhinterziehung beschuldigt werden. Die Auslieferung von Sanjay Shah nach Dänemark wird zweifellos weitere Entwicklungen in diesem internationalen Steuerskandal nach sich ziehen.


