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Sanktionen stoppen Lukoils Schwarzmeer-Bohrungen

Vantage Drilling beendet Vertrag wegen rechtlicher Risiken – Gasprojekt erneut ungewiss

Sanktionen stoppen Lukoils Schwarzmeer-Bohrungen

Lukoils Pläne zur Wiederaufnahme der Gaserkundung im rumänischen Schwarzen Meer stehen vor erheblichen Hürden, nachdem Sanktionen zum Abbruch eines wichtigen Bohrvertrags geführt haben. Das in Oslo börsennotierte Unternehmen Vantage Drilling teilte mit, dass es den Vertrag für sein Bohrschiff Platinum Explorer, der 2026 beginnen sollte, kündigen musste. Laut zwei Branchenquellen betraf die Vereinbarung das russische Ölunternehmen Lukoil, das wegen westlicher Sanktionen zunehmend unter Druck steht.

Die Entscheidung von Vantage Drilling fiel wenige Tage, nachdem Großbritannien Sanktionen gegen Lukoil und den ebenfalls russischen Energiekonzern Rosneft verhängt hatte. Das Unternehmen erklärte, dass die Einhaltung der geltenden Vorschriften eine Fortführung des Projekts unmöglich gemacht habe. Lukoil selbst reagierte nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

Der Rückschlag reiht sich in eine Serie von Problemen für Lukoil ein, dessen internationale Geschäfte infolge der Sanktionen ins Wanken geraten. Erst vor Kurzem hatte das Unternehmen am irakischen West-Qurna-2-Ölfeld, seinem wertvollsten Auslandsprojekt, höhere Gewalt erklärt. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie stark die westlichen Maßnahmen mittlerweile auch die operativen Aktivitäten russischer Energieunternehmen außerhalb des eigenen Landes beeinflussen.

Lukoil hält einen Anteil von 85 Prozent an den Explorationsblöcken Trident und Est Rapsodia vor der rumänischen Küste. Der staatliche Gaskonzern Romgaz ist als Minderheitspartner beteiligt. Nach einer sechsjährigen Pause hatte Lukoil die Verfahren zur Wiederaufnahme der Bohrungen vorbereitet, um die Gasreserven zu erschließen, die das Unternehmen bereits 2015 auf mindestens 30 Milliarden Kubikmeter schätzte.

Der Fund gilt als eine der bedeutendsten Entdeckungen im Schwarzen Meer und steht symbolisch für die Bemühungen der Region, unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Energiekonzerne wie OMV und Shell arbeiten ebenfalls an Projekten, die die europäische Eigenproduktion stärken sollen. Die Unterbrechung des Lukoil-Projekts dürfte daher auch geopolitische Auswirkungen haben, da Europa weiterhin versucht, den Verlust russischer Energieimporte durch eigene Förderung zu kompensieren.

Weder Romgaz noch Lukoil haben bislang öffentlich erklärt, wie es mit dem Projekt weitergeht. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Sanktionen langfristig die Investitionsbereitschaft in russisch geführte Offshore-Projekte einschränken und die strategische Neuausrichtung europäischer Energievorhaben beschleunigen werden.

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