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Sanktionierter LNG-Tanker legt an russischer Anlage an

Zweites Schiff in diesem Jahr erreicht das Projekt Arctic LNG 2 trotz US-Maßnahmen

Sanktionierter LNG-Tanker legt an russischer Anlage an

Ein unter US-Sanktionen stehender Flüssigerdgas-Tanker hat diese Woche am russischen Arctic LNG 2-Terminal angelegt. Es handelt sich dabei um das zweite sanktionierte Schiff, das seit Jahresbeginn an der Anlage stoppt. Das geht aus aktuellen Schiffsdaten von LSEG und Kpler hervor.

Der Tanker namens Voskhod traf am Mittwoch am Arctic LNG 2-Projekt ein. Die Daten von Kpler zeigen, dass das Schiff auf dem Weg zur Anlage entladen wurde. Bereits am 26. Juni hatte ein anderes sanktioniertes Schiff, die Iris, eine Ladung am Terminal aufgenommen. Es war die neunte registrierte Ladung, die dort verladen wurde. Die Iris befindet sich laut Schiffsverfolgung derzeit in der Nähe der russischen Insel Kolgujew im Westen des Landes.

Die Vereinigten Staaten hatten im Oktober Sanktionen gegen die registrierten Eigentümer und Betreiber mehrerer LNG-Tanker verhängt, darunter auch gegen die Voskhod, die früher unter dem Namen North Mountain fuhr. Trotz der Sanktionen bleibt der eingetragene Eigentümer des Schiffes LNG Beta Shipping. Allerdings wurde der kommerzielle Betreiber des Tankers am 23. Mai auf Igarka OOO mit Sitz in Moskau geändert, wie aus der maritimen Datenbank Equasis hervorgeht.

Kontaktdaten zu LNG Beta Shipping oder Igarka konnten bislang nicht ermittelt werden. Beide Unternehmen blieben für eine Stellungnahme unerreichbar. Die Änderung des Managements könnte im Zusammenhang mit den Sanktionen stehen, wurde jedoch offiziell nicht bestätigt.

Das Arctic LNG 2-Projekt gilt als eines der ambitioniertesten Vorhaben im russischen Energiesektor und wird zu 60 Prozent vom Unternehmen Novatek gehalten. Geplant war eine jährliche Produktion von bis zu 19,8 Millionen Tonnen Flüssigerdgas. Aufgrund der westlichen Sanktionen ist das Projekt jedoch ins Stocken geraten. Es bestehen Schwierigkeiten beim Verkauf des produzierten LNGs, und auch die internationalen Lieferketten sind betroffen.

Die Ankunft der Voskhod könnte darauf hindeuten, dass das Verladen von Flüssigerdgas an der Anlage wieder angelaufen ist. Trotz der internationalen Beschränkungen scheinen bestimmte Transporte weiterhin durchgeführt zu werden. Ob und in welchem Umfang dies künftig regelmäßig geschieht, bleibt offen.

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