Sanktionierter LNG-Tanker legt bei Arctic LNG 2 an
Neunter möglicher Gas-Export trotz westlicher Strafmaßnahmen und geänderter Schiffsverwaltung

Ein unter US-Sanktionen stehendes Flüssigerdgas-Schiff hat am Donnerstag am russischen LNG-Terminal Arctic LNG 2 angelegt. Dabei handelt es sich um das Schiff „Iris“, wie aktuelle Daten der Schiffstracking-Dienste LSEG und Kpler zeigen. Sollte es zur Verladung von Gas kommen, wäre dies laut Kpler bereits die neunte LNG-Lieferung, die aus dem Projekt Arctic LNG 2 verschifft wird. Die letzte Ausfuhr aus dem Projekt erfolgte demnach am 5. Oktober durch das Schiff „Arctic Metagaz“.
Die „Iris“ war zuvor unter dem Namen „North Sky“ bekannt und wurde im Oktober von den US-Behörden mit Sanktionen belegt. Damals richteten sich die Maßnahmen gegen Eigentümer und Betreiber mehrerer LNG-Tanker. Inzwischen ist laut der Schifffahrtsdatenbank Equasis als neuer Betreiber des Schiffs das Unternehmen Elegest OOO registriert, das eine Geschäftsadresse in Moskau führt. Als Eigentümer der „Iris“ wird LNG Gamma Shipping aufgeführt. Reuters konnte keine Kontaktdaten dieses Unternehmens ausfindig machen.
Das LNG-Projekt Arctic LNG 2 wird vom russischen Konzern Novatek betrieben, der ebenfalls westlichen Sanktionen unterliegt. Die Strafmaßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem russischen Vorgehen im Ukraine-Konflikt. Trotz der bestehenden Einschränkungen hatte ein Insider im Mai berichtet, dass die zweite Produktionseinheit des Projekts ihren Betrieb aufgenommen habe. Schwierigkeiten bestehen demnach allerdings weiterhin beim Verkauf des Flüssiggases aus der ersten Produktionseinheit.
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Zur AktienanalyseDie aktuelle Ankunft der „Iris“ wirft neue Fragen hinsichtlich der Effektivität der Sanktionen auf, die unter anderem darauf abzielen, die russische LNG-Industrie vom internationalen Markt abzuschneiden. Der Wechsel im Management des Schiffs sowie die Weiterführung der Verladungen aus Arctic LNG 2 zeigen, dass es offenbar Wege gibt, trotz der Restriktionen logistische Abläufe aufrechtzuerhalten. Ob die „Iris“ tatsächlich Ladung aufgenommen hat, war zum Zeitpunkt der Datenveröffentlichung noch nicht bestätigt. Die öffentliche Einsicht in die Schiffsdaten liefert jedoch konkrete Hinweise auf eine Fortsetzung der Aktivitäten rund um das russische LNG-Projekt.


