Sanofi ernennt SocGen-Chef Frédéric Oudéa zum Vorsitzenden
Der französische Pharmakonzern investiert mehr Geld in die Immunologie und Krebsforschung

Der französische Pharmakonzern Sanofi plant, den scheidenden Chef der Société Générale, Frédéric Oudéa, zum Vorstandsvorsitzenden zu ernennen. Er soll 2023 den langjährigen Private-Equity-Manager Serge Weinberg ablösen, da der Pharmakonzern einen Turnaround anstrebt.
Oudéa, der seit fast 15 Jahren Chef von SocGen ist, wird in einem ersten Schritt mit sofortiger Wirkung ein nicht stimmberechtigtes Mitglied des Sanofi-Verwaltungsrats werden, so Sanofi. Die Aktionäre werden dann über seine Ernennung zum nicht geschäftsführenden Vorsitzenden abstimmen können.
Oudéas Amtszeit bei SocGen endet im Mai 2023, und sein Nachfolger soll in den kommenden Wochen bestimmt werden. Weinberg ist seit 2010 Vorsitzender von Sanofi.
Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Sanofi-Chef Paul Hudson in sein viertes Amtsjahr geht, während die Stärke der Pipeline experimenteller Medikamente des Konzerns in Frage gestellt wird.
Hudson nimmt strategische Veränderungen bei Sanofi vor, die unter anderem den Ausstieg aus Produktkategorien wie Herzkrankheiten und Diabetes und die Aufstockung der Mittel für die Forschung in den Bereichen Immunologie und Krebs umfassen. Mehrere vielversprechende Medikamente sind jedoch in letzter Zeit gescheitert, und die Bemühungen von Sanofi um die Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs haben noch keine Früchte getragen - ein bemerkenswerter Misserfolg für einen der größten Impfstoffhersteller der Welt.
Analysten haben die Frage aufgeworfen, ob das Unternehmen möglicherweise weitere Übernahmen in Betracht ziehen muss, um seine Pipeline zu stärken.
Es gibt jedoch auch Lichtblicke, wie z. B. das Blockbuster-Ekzempräparat Dupixent, dessen Umsatz wesentlich schneller wächst als vorhergesagt und einen großen Beitrag zur Rentabilität leistet. Aufgrund der Dupixent-Verkäufe hob der Konzern im Juli sein Jahresgewinnziel an.
Weinberg äußerte sich zuversichtlich über den Erfolg von Oudéa und verwies auf seine Erfahrung bei der Leitung und Führung der digitalen Transformation eines großen globalen Unternehmens in einem stark regulierten Sektor".
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Zur AktienanalyseOudéa übernahm die SocGen im Zuge eines Skandals um unseriöse Handelspraktiken und wurde dafür gelobt, die Bank zu stabilisieren und durch mehrere andere Krisen zu navigieren. Seine jüngsten strategischen Änderungen haben sich mit verbesserten Gewinnen auszuzahlen begonnen.
Der Aktienkurs der Bank hat jedoch noch nicht wieder das Niveau von vor 2008 erreicht und hinkt einigen Konkurrenten hinterher.
SocGen hat intern und extern nach einem Nachfolger für Oudéa gesucht. Sébastien Proto, ein ehemaliger Rothschild-Banker, der für die Zusammenlegung der französischen Bankennetzwerke der SocGen verantwortlich ist, gilt als ein starker interner Kandidat, wie Personen, die mit der Situation vertraut sind, sagten. Der Leiter der Investmentbank, Slawomir Krupa, sei ebenfalls ein Kandidat, so die Personen.


