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Sanofi scheitert mit MS-Mittel in Studien

Tolebrutinib verfehlt Ziele bei schubförmiger MS, zeigt jedoch Wirkung bei seltenerer Form

Sanofi scheitert mit MS-Mittel in Studien

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat einen erheblichen Rückschlag in der Entwicklung eines neuen Medikaments gegen Multiple Sklerose (MS) erlitten. Das in der Entwicklung befindliche Mittel Tolebrutinib, das als potenzieller Umsatzbringer galt, konnte in zwei entscheidenden Phase-3-Studien zur Behandlung schubförmiger Formen der Krankheit nicht überzeugen. Laut einer Mitteilung von Sanofi vom Montag konnte Tolebrutinib in diesen Studien die Rückfallraten bei einer häufigen Form von MS, die durch wiederholte Schübe und anschließende vorübergehende Verbesserungen gekennzeichnet ist, nicht besser verringern als das bereits etablierte Medikament Aubagio, das ebenfalls von Sanofi stammt.

Trotz dieses Rückschlags konnte Tolebrutinib in einer weiteren Phase-3-Studie ein positives Ergebnis erzielen. In dieser Studie, die sich auf die Behandlung einer progressiven, stetig verschlechternden Form von MS konzentrierte, erreichte das Medikament das Hauptziel. Diese Form der Krankheit tritt jedoch seltener auf als die schubförmige Variante. Tolebrutinib gilt als Sanofis am weitesten fortgeschrittener Medikamentenkandidat zur Behandlung von MS. Die Ergebnisse dieser Phase-3-Studie für die nicht-schubförmige MS will Sanofi nun mit den zuständigen Behörden besprechen. Das Unternehmen plant, noch vor Ende des Jahres einen Zulassungsantrag für diese spezielle Indikation einzureichen.

Sanofi verfolgt verschiedene Ansätze, um die Behandlung von MS, einer schweren Nervenkrankheit, zu verbessern und die Umsatzeinbußen nach dem kürzlichen Patentablauf von Aubagio zu kompensieren. Tolebrutinib gehört zur Klasse der BTK-Inhibitoren, ähnlich wie Evobrutinib, ein weiteres MS-Medikament des Darmstädter Merck-Konzerns, das ebenfalls kürzlich in einer klinischen Studie scheiterte. Die Investoren zeigen sich besorgt über mögliche Nebenwirkungen, insbesondere in Bezug auf Leberschäden, die mit dieser Klasse von Medikamenten in Verbindung gebracht werden.

Bereits im Jahr 2022 hatten Bedenken hinsichtlich Leberschäden zu einem Stopp bei der Aufnahme neuer Patienten in drei von Sanofis Tolebrutinib-Studien geführt. Sanofi teilte am Montag mit, dass die Lebersicherheit des Medikaments in Übereinstimmung mit den bisherigen Studienergebnissen stehe. Weitere Daten zu diesem Thema sollen am 20. September veröffentlicht werden. Das Unternehmen hat angekündigt, trotz der Rückschläge weiterhin an der Entwicklung von MS-Medikamenten zu arbeiten und weitere Studien in Angriff zu nehmen, um die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene zu verbessern.

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