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Santos-Aktie bricht nach geplatztem Milliarden-Deal ein

Investoren setzen trotz drittem Scheitern auf neue Gas- und Ölprojekte

Santos-Aktie bricht nach geplatztem Milliarden-Deal ein

Die Aktien des australischen Gasproduzenten Santos sind am Donnerstag um fast 14 Prozent eingebrochen, nachdem ein von der Abu Dhabi National Oil Company geführtes Konsortium sein Übernahmeangebot in Höhe von 18,7 Milliarden Dollar zurückgezogen hat. Begründet wurde der Schritt damit, dass man sich über die kommerziellen Bedingungen nicht habe einigen können. Es ist bereits der dritte gescheiterte Übernahmeversuch für Santos in den vergangenen sieben Jahren, was nach Ansicht von Analysten Zweifel am künftigen Kurs des Unternehmens weckt.

Santos erklärte, man sei bereit gewesen, den Zusammenschluss mit ADNOCs Auslandseinheit XRG auf Basis von 5,626 Dollar je Aktie abzuschließen. Ursprünglich lag das Angebot im Juni bei 5,76 Dollar pro Aktie, angepasst um die zuletzt gezahlte Dividende. Unter Berücksichtigung der Nettoverschuldung hätte die Transaktion einen Wert von rund 36,4 Milliarden australischen Dollar gehabt und damit den größten rein baren Unternehmensaufkauf in der australischen Wirtschaftsgeschichte dargestellt.

Nach Angaben einer mit den Vorgängen vertrauten Person war der Knackpunkt eine bald fällige Kapitalertragssteuer auf Santos-Vermögenswerte in Papua-Neuguinea. XRG habe sich geweigert, Zahlungen in Höhe mehrerer Hundert Millionen Dollar zu übernehmen, die Santos dem Konsortium zugewiesen habe. XRG wollte sich zu den Einzelheiten nicht äußern, Santos verwies auf seine bereits veröffentlichte Erklärung.

Die Nachricht drückte den Kurs der Santos-Aktie auf 6,61 australische Dollar, den niedrigsten Stand seit Anfang Juni. Damit steuerte das Papier auf den schwächsten Handelstag seit mehr als fünf Jahren zu. Der Rückschlag brachte die Aktie zurück auf das Niveau vor dem Bekanntwerden des Angebots im Juni, da der Übernahmeaufschlag entfiel und Arbitragefonds ihre Positionen verkauften.

Einige Investoren reagierten gelassen und verwiesen auf die beiden bevorstehenden Großprojekte des Unternehmens. Das Barossa-Gasprojekt vor der Nordwestküste Australiens und das Pikka-Ölprojekt in Alaska sollen in Kürze die Produktion aufnehmen. Marktteilnehmer betonten, dass Santos nach der Entwicklungsphase nun beginnen könne, von den Investitionen zu profitieren. Unklar sei allerdings, wie das Unternehmen mit zurückgestellten Projekten wie Narrabri oder El Dorado in Australien weiter verfahre.

Mit dem Abbruch der Gespräche steht das Management von Santos unter zusätzlichem Druck. Analysten sehen das Risiko, dass ein weiterer gescheiterter Deal das Vertrauen der Märkte beeinträchtigt und die Frage aufwirft, in welcher Form das Unternehmen künftig bestehen wird. Bereits 2018 hatte Santos ein 10,8 Milliarden Dollar schweres Angebot von Harbour Energy abgelehnt und Gespräche mit Woodside Energy über eine mögliche Fusion abgebrochen.

Vorstandschef Keith Spence betonte in einer Stellungnahme, Santos verfüge über eine klare Strategie, erfahrene Führungskräfte und hochwertige Wachstumsprojekte weltweit. Diese Faktoren würden langfristig Wert für die Aktionäre schaffen. Unterdessen senkte die Investmentbank Jarden ihr Votum für die Aktie von „übergewichten“ auf „untergewichten“ und reduzierte das Kursziel für die nächsten zwölf Monate um 16 Prozent auf 7,05 australische Dollar je Anteilsschein.

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