Santos verlängert Frist für ADNOC-Angebot
Gewinn bricht um 22 Prozent ein, Aktie reagiert dennoch mit Kursplus

Der australische Gasproduzent Santos hat die Exklusivitätsfrist für das 18,7 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot eines Konsortiums unter Führung der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) verlängert. Die Frist, die am vergangenen Freitag abgelaufen war, wurde nun bis zum 19. September ausgedehnt. Damit erhält die von ADNOCs Investmentarm XRG geführte Gruppe mehr Zeit, um ein verbindliches Angebot vorzubereiten und die notwendigen internen Genehmigungen einzuholen. Santos betonte, dass in die laufenden Verhandlungen „übliche Schutzmechanismen“ integriert würden, um die Interessen der Aktionäre abzusichern, sollten sich die Gespräche nach Unterzeichnung einer Vereinbarung weiter verzögern. Details dazu nannte das Unternehmen nicht.
Konzernchef Kevin Gallagher erklärte gegenüber Analysten, dass die bisherigen Gespräche mit XRG konstruktiv verlaufen seien. Nach Angaben des Managements habe die Prüfungsphase bislang keine Punkte ergeben, die das Konsortium zu einem Rückzug bewegen könnten. Daher habe man sich auf eine Verlängerung der Frist geeinigt. Branchenkenner bewerteten die Bestätigung, dass die Verhandlungen trotz Verzögerungen voranschreiten, als stützenden Faktor für die Aktie.
Parallel zu den Fusionsgesprächen legte Santos Zahlen für das erste Halbjahr vor. Der Gewinn ging im Jahresvergleich um 22,3 Prozent auf 508 Millionen Dollar zurück, nachdem im Vorjahr noch 654 Millionen Dollar erzielt worden waren. Hauptursache waren niedrigere Preise für verflüssigtes Erdgas (LNG) und Öl. Dennoch lag das Ergebnis drei Prozent über den Konsensschätzungen von Visible Alpha. Die Aktionäre sollen eine Zwischendividende von 13,4 Cent je Anteil erhalten.
An der Börse reagierten die Papiere des Unternehmens mit einem Kursanstieg von bis zu einem Prozent auf 7,81 australische Dollar. Trotz des leichten Plus notieren sie damit weiterhin deutlich unter dem Angebotspreis des Konsortiums von 8,89 Dollar je Aktie. Der Anstieg übertraf die Entwicklung des Gesamtmarktes, der gemessen am Leitindex S&P/ASX200 lediglich um 0,1 Prozent zulegte.
Die geplante Übernahme muss noch von Behörden in Australien, Papua-Neuguinea und den Vereinigten Staaten geprüft und genehmigt werden, da Santos Vermögenswerte in allen drei Regionen hält. Gallagher betonte, dass es keine Prognose gebe, wann diese regulatorischen Verfahren abgeschlossen seien oder wann die Aktionäre über das Angebot abstimmen könnten.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus gab das Unternehmen bekannt, dass die Ölproduktion aus dem Pikka-Projekt in Alaska nun bereits im ersten Quartal 2026 beginnen soll. Zuvor war der Produktionsstart für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen gewesen.


