SAP steigert Gewinn dank starkem Cloud-Geschäft
Wechselkurse und US-Zölle bremsen weiteres Wachstum des Softwarekonzerns

Der Softwarekonzern SAP hat im zweiten Quartal 2025 deutlich höhere Gewinne verbucht. Der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg um 32 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Besonders das Cloud-Geschäft trug zum Ergebnis bei: Der Umsatz in diesem Bereich legte um 24 Prozent zu. Auch der Vertragsbestand mit Laufzeit von zwölf Monaten wuchs deutlich, was dem Konzern zusätzliche Planungssicherheit verschafft.
Der Gesamtumsatz kletterte im Quartal um neun Prozent auf 9,03 Milliarden Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich fast auf das Doppelte und erreichte 1,75 Milliarden Euro. Dazu trugen neben dem starken Cloud-Wachstum auch geringere Kosten im Tagesgeschäft bei. Zudem fielen die Ausgaben für den laufenden Konzernumbau und den Stellenabbau nicht mehr so hoch aus wie zuvor. Finanzchef Dominik Asam verwies außerdem auf geringere aktienbasierte Vergütungen sowie eine zurückhaltende Einstellungspolitik im ersten Halbjahr, deren Effekte sich im zweiten Halbjahr möglicherweise stärker zeigen werden.
Obwohl der operative Gewinn über den Erwartungen von Analysten lag, gaben die SAP-Aktien nach US-Börsenschluss leicht nach. In New York verloren die Papiere 1,3 Prozent. Marktbeobachter hatten teilweise mit einer Anhebung der Jahresprognose gerechnet, die jedoch ausblieb. SAP bestätigte stattdessen seinen bisherigen Ausblick. Finanzchef Asam erklärte, dass sich durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik die Entscheidungsprozesse bei einigen Kundengruppen verlängert hätten. Betroffen seien vor allem der öffentliche Sektor in den Vereinigten Staaten sowie industrielle Kunden.
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor sind für SAP die Wechselkurse. Der Dollar hat infolge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump seit dem ersten Quartal gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren. Während der Konzern im Vorjahr noch mit einem Kurs von 1,08 Dollar je Euro kalkulierte, lag der aktuelle Kurs zuletzt bei über 1,17 Dollar. Diese Entwicklung schmälert die in den USA erzielten Einnahmen bei der Umrechnung in Euro. Laut Asam führt eine Abwertung des Dollars um einen Prozentpunkt zu einem Wachstumsverlust von rund einem halben Prozentpunkt.
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Zur AktienanalyseFür das Geschäft mit Cloud-Diensten beziffert SAP den Wechselkurs-Effekt auf 3,5 Prozentpunkte beim Umsatzwachstum und 3,0 Prozentpunkte beim operativen Ergebnis. Der Ausblick bleibt dennoch bestehen: Währungsbereinigt erwartet das Management weiterhin ein Wachstum von 26 bis 28 Prozent beim Cloud-Umsatz sowie ein operatives Plus von 26 bis 30 Prozent.


