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SAP stellt Business By Design ein

Konzern treibt Modernisierung voran und setzt vollständig auf Cloud-Technologie

SAP stellt Business By Design ein

Die Einführung der Softwarelösung Business By Design war einst mit großen Erwartungen verbunden. SAP stellte das Programmpaket 2007 als erste selbst entwickelte Cloud-Anwendung des Konzerns vor und zielte damit auf zehntausende mittelständische Unternehmen. Die Lösung sollte ein Milliardengeschäft eröffnen und einen technologischen Neubeginn markieren. Nach fast zwei Jahrzehnten stellt SAP nun den Verkauf ein. Der Hersteller informierte Kunden und IT-Dienstleister darüber, dass Business By Design ab dem 20. April 2026 nicht mehr für neue Kunden verfügbar sein wird. Das Produkt wird aus der Preisliste entfernt, Bestandskunden können es jedoch weiterhin nutzen und erhalten weiterhin Sicherheitsupdates sowie gesetzliche Anpassungen.

Die Entscheidung steht im Kontext umfangreicher Modernisierungspläne. SAP erneuert derzeit große Teile des eigenen Portfolios, um Technologien zu vereinheitlichen, Datenmodelle zu harmonisieren und Anwendungen stärker in der Cloud zu verankern. Für viele Kunden bedeutet das tiefgreifende Veränderungen. Business By Design galt lange als innovativer Ansatz für mittelständische Unternehmen. Es bot browserbasierte Anwendungen, flexible Anpassungsmöglichkeiten und eine Architektur, die sich deutlich von bisherigen SAP-Entwicklungen abhob. Analysten betonen allerdings, dass die Struktur der Lösung anfangs zu komplex und kostenintensiv gewesen sei. Erst nach technischen Überarbeitungen habe das System stabil funktioniert. Zu diesem Zeitpunkt habe der Rückhalt im Management jedoch nachgelassen.

Interne Prioritäten verlagerten sich in den vergangenen Jahren. Die Kundenzahlen stagnierten, und die Wartung wurde extern vergeben. In strategischen Präsentationen konzentriert sich SAP inzwischen auf andere Produktlinien. Die aktuelle Generation der Anwendungen, die als Cloud ERP positioniert wird, gilt technologisch als weiterentwickelt. Sie ist leistungsfähiger, moderner und auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorbereitet. SAP betont, dass der Wechsel für bestehende Nutzer nicht unter Zeitdruck steht. Dennoch arbeitet der Konzern daran, den Umstieg zu erleichtern. Programme und Schulungen sollen Kunden und Dienstleistern helfen, die neue Produktgeneration effizient einzuführen. Diskutiert werden zudem günstigere Pakete für kleinere Nutzergruppen.

Experten weisen darauf hin, dass Cloud ERP vor allem in internationalen Konzernen und großen Mittelständlern verbreitet ist. Für viele kleinere Firmen könnte der Umstieg eine Herausforderung darstellen, da Business By Design integrierte Funktionen bietet, die in der neuen Produktgeneration in separaten Lösungen organisiert sind. Die Einführung könnte daher zu einem größeren Projekt werden und kleinere IT-Abteilungen überfordern. SAP will Installation und Betrieb künftig stärker automatisieren, doch bis diese Maßnahmen spürbar werden, dürfte noch Zeit vergehen.

Parallel dazu modernisiert SAP verschiedene weitere Systeme im Portfolio. Ältere Programme werden nicht weiterentwickelt, einzelne Lösungen vollständig neu aufgebaut und Cloud-Anwendungen überarbeitet. Die Branche verfolgt diese Anpassungen aufmerksam, da viele Unternehmen ihre bestehende Softwarelandschaft überprüfen dürften. Entscheidend wird sein, wie attraktiv SAP den Übergang auf die neuen Technologien gestalten kann.

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