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Sarama Resources verkauft Assets und klagt auf 242 Millionen Dollar

Der Goldexplorer aus Vancouver trennt sich von australischen Projekten, erschließt neue Gebiete und kämpft um Milliardenschäden in Burkina Faso.

Sarama Resources verkauft Assets und klagt auf 242 Millionen Dollar

Sarama Resources, ein in Vancouver ansässiger Goldexplorer, befindet sich in einem tiefgreifenden strategischen Umbau. Das Unternehmen veräußert Projekte in Western Australia, sichert sich neue Explorationsflächen in New South Wales und führt gleichzeitig ein internationales Schiedsverfahren über 242 Millionen US-Dollar gegen die Regierung von Burkina Faso. Die Neuausrichtung zeichnet ein klares Bild: Sarama will weg von belasteten Altlasten in Westafrika und hin zu einer diversifizierten australischen Explorationsstrategie.

Im Zentrum der Transaktion steht ein Verkauf der Cosmo- und Mt-Venn-Goldprojekte in Western Australia an das an der australischen Börse ASX notierte Unternehmen Riedel Resources. Der Deal ist mit 4,6 Millionen australischen Dollar bewertet und wird durch eine Kombination aus Barmitteln und Aktien abgewickelt. Nach Abschluss der Transaktion – voraussichtlich im Juni 2026, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre – wird Sarama zunächst eine Beteiligung von 32 Prozent an Riedel halten. Diese Beteiligung kann auf bis zu 44 Prozent steigen, sofern bestimmte Leistungsmeilensteine erreicht werden.

Der Deal verändert beide Unternehmen strukturell. Für Sarama bedeutet er eine Konsolidierung des Portfolios, für Riedel den Aufstieg zu einem breiteren Gold-Explorer mit Projekten in Western Australia und im US-Bundesstaat Arizona. Begleitet wird die Transaktion von personellen Weichenstellungen: Sarama-Verwaltungsratsvorsitzender Andrew Dinning soll als nicht-geschäftsführendes Mitglied in den Riedel-Vorstand einziehen, während Paul Schmiede, Vice President of Corporate Development bei Sarama, die CEO-Rolle bei Riedel übernehmen soll.

Neue Explorationsflächen im Lachlan Fold Belt

Parallel zur Veräußerung in Western Australia hat Sarama drei Frühphasen-Explorationsgenehmigungen für Kupfer und Gold in New South Wales erworben. Die Lizenzen befinden sich in der Nähe des sogenannten Lachlan Fold Belt – einer geologischen Region, die historisch für ihre Eignung zur Entstehung von Porphyr- und intrusionsbezogenen Mineralisierungen bekannt ist. Für deutsche Anleger ist dieser Gürtel vergleichbar mit klassischen Bergbauregionen Europas, in denen strukturelle Geologie auf ertragreiche Erzlagerstätten hindeutet.

Sarama hat drei Prioritätsgebiete innerhalb der neuen Konzessionen identifiziert: Bong Bong Creek, Bald Hill sowie den Gegedzerick Copper Lode. Das Unternehmen plant, systematische Erkundungsprogramme in Phasen zu starten, um das Potenzial dieser Standorte zu validieren und sie auf künftige Bohrphasen vorzubereiten. Das Management betonte, dass diese Assets mit vergleichsweise geringem Kapitalaufwand erheblichen Mehrwert für das Portfolio schaffen könnten.

Schiedsverfahren gegen Burkina Faso vor entscheidender Phase

Das wohl folgenreichste Kapitel in Saramas aktueller Unternehmensgeschichte spielt sich vor dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) ab – einer Einrichtung der Weltbankgruppe. Sarama fordert 242 Millionen US-Dollar zuzüglich Zinsen als Entschädigung für die Enteignung seiner Tankoro-2-Explorationslizenz durch die burkinische Regierung. Solche Investitionsschutzverfahren können sich über Jahre hinziehen und sind mit erheblichen Kosten verbunden.

Das Schiedsgericht hat die Hauptverhandlung für den Zeitraum vom 22. bis 26. Februar 2027 angesetzt. In dieser Phase werden beide Parteien Beweise vorlegen und Zeugen befragen. Um die finanzielle Belastung durch das langwierige Verfahren abzufedern, hat Sarama eine nicht-rückgriffsberechtigte Finanzierungsfazilität über 4,4 Millionen US-Dollar mit einer Laufzeit von vier Jahren gesichert. Diese Mittel sind ausschließlich für Anwaltskosten vorgesehen und werden nur im Falle eines erfolgreichen Ausgangs oder einer Einigung zurückgezahlt – ein für Juniorminenbetreiber typisches Instrument zur Prozessfinanzierung.

Einordnung im Branchenkontext

Der Bergbausektor insgesamt zeigt sich kapitalmarktaktiv: Unternehmen wie Aurum Resources haben zuletzt 28,8 Millionen US-Dollar über eine strategische Platzierung eingesammelt, New Found Gold sicherte sich ein Finanzierungspaket über 205 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig sieht sich die Branche makroökonomischen Belastungen ausgesetzt – geopolitische Spannungen haben zuletzt die Ölpreise steigen und den Goldpreis nachgeben lassen.

Für Sarama bedeutet der aktuelle Umbau eine klare Neupositionierung: weg von der Abhängigkeit von einem einzelnen westafrikanischen Markt, hin zu einem diversifizierten australischen Explorationsprofil mit einer potenziell wertsteigernden Rechtsforderung im Hintergrund. Anleger beobachten dabei sowohl den Fortschritt der neuen Explorationsprogramme als auch den Ausgang des ICSID-Verfahrens, dessen Hauptverhandlung für Anfang 2027 terminiert ist.

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