Saudi-Arabien erwägt Preissenkung für Juli-Öl
OPEC+-Förderausweitung und schwache Nachfrage belasten asiatische Rohölpreise

Saudi-Arabien erwägt laut Angaben asiatischer Raffinerien, seine offiziellen Verkaufspreise (OSP) für Rohöl im Juli für Abnehmer in Asien deutlich zu senken. Die Preisreduzierung betrifft vor allem das Flaggschiff-Produkt Arab Light und könnte die niedrigste Marke seit Januar erreichen. Erwartet wird ein Rückgang um 40 bis 50 Cent pro Barrel im Vergleich zum Juni. Der Preis würde damit auf etwa 90 Cent bis einen US-Dollar über dem Durchschnitt der Referenzsorten Oman/Dubai sinken.
Auch für andere saudische Rohölsorten wird mit Preissenkungen gerechnet. Laut einer Umfrage unter vier asiatischen Raffinerien könnten die Juli-Preise für Arab Extra Light, Arab Medium und Arab Heavy um 30 bis 45 Cent pro Barrel gegenüber dem Vormonat zurückgehen. Die offiziellen Verkaufspreise Saudi-Arabiens gelten als Preisindikator für etwa neun Millionen Barrel pro Tag, die aus der Region an asiatische Abnehmer geliefert werden, einschließlich Öl aus Iran, Kuwait und dem Irak.
Die erwartete Preissenkung folgt auf einen deutlichen Rückgang der Rohölpreise, der unter anderem durch eine Erhöhung der Fördermengen durch das Bündnis OPEC+ ausgelöst wurde. Dieses umfasst die Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder sowie Verbündete wie Russland. Im April, Mai und Juni wurde die Produktion um fast eine Million Barrel pro Tag erhöht. Für das kommende OPEC+-Treffen am Samstag wird eine weitere Ausweitung der Fördermengen um 411.000 Barrel pro Tag im Juli erwartet.
Der Angebotsanstieg hat sich bereits auf die Spotpreise für Rohöl ausgewirkt. Die durchschnittliche Prämie für Dubai-Rohöl im Vergleich zu Swaps lag am 27. Mai bei 1,21 US-Dollar pro Barrel, was einem Rückgang von 45 Cent gegenüber dem Durchschnitt im April entspricht. Zudem blieben einige Rohöllieferungen aus dem Vormonat unverkauft, was laut einem Umfrageteilnehmer als weiteres Zeichen für ein Überangebot gewertet wird.
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Zur AktienanalyseSaudi-Aramco, das staatliche Ölunternehmen des Königreichs, legt seine Verkaufspreise üblicherweise um den fünften Tag eines Monats fest. Dabei berücksichtigt das Unternehmen unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Wochen, insbesondere auf Basis von Erträgen und Produktpreisen. Offizielle Stellungnahmen zu den monatlichen OSPs gibt Saudi-Aramco grundsätzlich nicht ab.


